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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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heißt das: nichts bezeichnen; bezeichnen aber die Worte nichts mehr, soist damit das Gespräch mit andern unmöglich gemacht, und eigentlichauch das Gespräch mit sich selber; denn es ist nicht möglich, vernünftigzu denken, wenn man nicht etwas bestimmtes denkt. Ist es aber mög-lich, so muß man wohl auch jedem bestimmten Ding eine bestimmteBezeichnung geben. Somit können wir, wie oben gesagt, annehmen,daß das Wort etwas bezeichnet, und zwar etwas bestimmtes. Alsokann unmöglichMensch sein" ganz dasselbe bezeichnen, wienichtMensch sein", sofernMensch" nicht bloß ein Prädikat bezeichnet,sondern den Begriff selbst. (Dennetwas bestimmtes bezeichnen" darfnicht identifizirt werden mit der Bezeichnung eines Prädikats, sonstwürde durchgebildet, weiß, Mensch" dasselbe bezeichnet, und eswürde so am Ende alles eins sein '), sofern es begrifflich gleich gesetztwürde.) Und so wird alsosein" undnicht sein" nicht dasselbe sein,außer sofern man dasselbe Wort dabei verwendet, z. B. wenn Anderedenjenigen, welchen wir einen Menschen nennen, einen Nicht-Menschennennen würden. Die Frage aber, auf welche es ankommt, ist nichtdie, ob es möglich sei, das; die BezeichnungMensch" zugleich bejahendund verneinend ausgesagt werden könne, sondern ob in WirklichkeitMensch" identisch sei mitNicht-Mensch". Bezeichnet aberMensch"nichts anderes alsNicht-Mensch", so wäre auch der BegriffMensch" identisch mit dem BegriffNicht-Mensch", also Mensch-sein Nicht-Mensch-sein, das müßte dann zusammenfallen, denn unterIdentität des Seins ist das zu verstehen, daß der Begriff Einer ist,wie Gewand und Kleid. Sollen aber die beiden Begriffe Eins sein,so bezeichnet auchMensch-sein" undNicht-Mensch-sein" eins unddasselbe. Und doch war gezeigt worden, daß sie verschiedenes bezeich-nen. Wenn nun alsoMensch" wirklich etwas bedeutet, so muß esuothwendig bedeutenzweibeiniges Geschöpf"; diese Bedeutung habenwir ja oben angenommen. Ist aber dieß der Fall, so ist es nicht mög-lich, däßMensch" ein zweibeiniges Geschöpf nicht sei, dennnoth-wendig" bezeichnet ja eben die Unmöglichkeit, nicht Mensch zu sein.

') D. h. es würbe der Unterschied zwischen Subjekt und Prädikat aufhören,und damit überhaupt alle Bestimmtheit; das Subjekt Mensch wäre dann identischmit den Prädikaten weiß, gebildet u. s. w.