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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
89
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Viertes Kapitel.

Fortsetzung vom Satz des Widerspruch«; Beweise für die Unmöglich-keit, ihn zu leugnen. Thatsächliche Anerkennung desselben selbst durchdie Gegner.

Nun gibt es aber doch Solche, welche, wie gesagt, die Behaup-tung ausstellen: es sei möglich, daß dasselbe sei und nicht sei, und mankönne dich füglich annehmen. Diese Behauptung haben sich auchmanche von den Naturphilosophen angeeignet >). Wir dagegen habenso eben den Satz aufgestellt: es sei unmöglich, daß dasselbe zugleich seiund nicht sei und haben auf diesem Weg gezeigt, daß dieser Satz dassicherste aller Axiome ist. Freilich verlangen nun Manche einen Be-weis für diesen Satz; allein dich zeugt von ihrem Mangel an philoso-phischer Bildung; denn nichts anderes ist es, wenn man den Unter-schied nicht begreift zwischen solchen Sätzen, die bewiesen werden müs-sen, und solchen, welche nicht. Es ist ja überhaupt nicht möglich, daßalles und jedes bewiesen werde, es gäbe das eine unendliche Beweis-reihe und schließlich hätte man doch auch so keinen Beweis. Gibt esaber Sätze, für welche man keinen Beweis zu führen hat, so wirdschwer zu sagen sein, auf welchen Satz dieses mehr zutreffe, als aufdas genannte Axiom. In gewissem Sinn ist aber doch ein Beweismöglich, nemlich in widerlegender Weise, apagogisch, als Beweis vonder Unmöglichkeit des Gegentheils, sofern nur der Gegner irgend et-was behauptet; thut er dieß nicht, so wäre es lächerlich, Behauptungenzu suchen gegen den nichts Behauptenden als solchen; denn ein solcherMensch wäre, als nichts behauptender, gerade wie eine Pflanze. Zwi-schen dem Beweis durch Widerlegung aber und dem einfachen Beweisist nach meiner Ansicht ein Unterschied; beim einfachen Beweis könnteman von dem Beweisenden sagen, er begehe eine xstitio xrirwipü;beim widerlegenden Beweis dagegen wird, im Gegensatz zum einfachenBeweis, dieser Vorwurf den Gegner treffen 2). Auszugehen hat man

') S. Kap. s. Ivosa.

2) Wer den Satz des Widerspruchs beweist, wird eine xstltio xrinaixil be-gehen müssen, weil er ein Axiom braucht und es doch kein höheres gibt, als ebenden Satz des Widerspruchs; wer aber widerlegt, wird non den Behauptungen des