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Bedeutungen gefaßt wird, so werden zwar diese vielfachen Bedeutun-gen auch den genannten Begriffen zukommen, aber dennoch sind sie allezu Einer Wissenschaft gehörig; denn die Einheit der Wissenschaft wirdnicht aufgehoben, wenn ein Begriff viele Bedeutungen hat, sondernnur dann, wenn die einzelnen Begriffe weder unmittelbar noch mittel-bar auf eine höhere Einheit bezogen werden können. Da nun allesaus das Erste zurückgesührt wird (z. B. alles, was Eins genanntwird, auf das erste Eins), so muß es sich ganz ebenso auch mit demIdentischen, dem Andern und den übrigen Gegensätzen verhalten. Manmuß also immer zuerst die verschiedenen Bedeutungen eines Begriffstrennen und sie dann auf das in der betreffenden Kategorie Erste zu-rücksühren und dabei zeigen, in welcher Beziehung sie zu demselbenstehen; denn diese Beziehung liegt bald in einem Haben, bald in einemHervorbringen, bald in irgend etwas anderem der Art. Wir sehenalso — wovon in den Axiomen die Rede war ') — daß es allerdingsEiner Wissenschaft zukommt, über diese Begriffe und die Substanz sichzu verbreiten (diese Frage war eben eine der Aporieen) und daß alsoder Philosoph im Stande sein muß, alle diese Dinge zum Gegenstandseiner Untersuchung zu machen. Denn wenn nicht der Philosoph, wersoll sich denn mit der Betrachtung dieser Dinge beschäftigen? Wersoll untersuchen, ob Sokrates und der sitzende Sokrates dasselbe bedeu-ten, oder ob Einer Einem entgegengesetzt ist oder was das Entgegen-gesetzte ist oder in wie vielfacher Bedeutung das Eins verstanden wird?Und ebenso verhält es sich mit allen andern derartigen Begriffen.
Da nun die genannten Bestimmungen nothwendig und wesentlichdem Eins als solchem und dem Seienden als solchem zukommen, nichtaber, sofern diese Zahlen sind oder Linien oder Feuer, so hat unsereWissenschaft offenbar neben dem Was auch die demselben zukommen-den Bestimmungen zu untersuchen. Und die, welche damit sich beschäf-tigen, verirren sich keineswegs auf ein nicht zur Philosophie gehörigesGebiet, wohl aber fehlen sie darin, daß sie nichts verstehen von demWesen, welches doch das frühere ist. Wie nemlich die Zahl als solchegewisse spccifische Bestimmungen hat, z. B. Ungeradheit und Gerad-heit, Proportion und Gleichheit, Mehr und Weniger, lauter Bestim-
>) Ap. t. S. III. 2, SS 7a.