Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

67 ^

kommt man wieder daraus, das! etwas desto mehr Princip ist, jemehr es ein allgemeines ist, und demnach wäre'die oberste GattungPrincip.

Viertes Kapitel.

Fortsetzung der Aporieen.

Aporic 8. Die Wissenschaft hat es mit dem allgemeinen zuthun. Wenn nun nur die Einzelndinge wahrhaft sind, wie istWissenschaft möglich?

Hiemit hängt nun ein weiteres Problem zusammen und zwardasjenige, welches die meisten Schwierigkeiten bietet und doch zugleicham wenigsten umgangen werden kann, nemlich dieß: wenn nichts wei-ter existirt neben den Einzelndingen, die Einzelndinge aber unendlichsind, wie ist es möglich, eine Wissenschaft des Unendlichen zu gewinnen?Denn wir erkennen alles eben insofern, als es eins und dasselbe ')ist und sofern es etwas allgemeines ist. Ist nun dieß nothwendig an-zunehmen und muß also etwas existiren neben den Einzelndingen, soist dieses etwas entweder das letzte oder das erste, d. h. die dem Ein-zelnding zunächst stehende Art oder die allgemeinste Gattung; daßaber dieses beides nicht möglich ist, haben wir bei der Betrachtung dervorigen Frage gesehen. Ferner auch, wenn man bereitwillig zugibt,daß etwas existire neben dem Ganzen worunter ich die Vereini-gung von Form und Materie verstehe wenn also eine Form existirt,muß diese existiren neben allen Dingen oder nur neben einigen oderneben gar nichts? Würde man nun annehmen, es existire nichts nebenden Einzelndingen, so wäre nichts Gegenstand des Denkens, sondernalles Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung. Dann hätte aber dieWissenschaft gar kein Objekt mehr, man müßte denn nur die sinnlicheWahrnehmung für eine Wissenschaft erklären. Es wäre aber dannauch nichts ewig, nichts unbeweglich; denn das sinnlich Wahrnehmbareist alles vergänglich und ist alles in Bewegung. Ist aber nichts ewig,

tz Sin in sich geschlossener, einheitlicher Begriss.

2) Das konkrete Sinzeinding.

s*