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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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dann später Eudoxus und noch einige andere ausgestellt haben, ist garzu leicht umzustoßen, es wäre da leicht, vieles unmögliche bei dieserAnsicht nachzuweisen. Indessen ist es auch nicht möglich, aus irgendeinem zulässigen Weg zu beweisen, daß die Einzelndinge ans den Ideenhervorgehen. Wenn man aber sagt: die Ideen seien Urbilder und dieEinzelndinge haben Thcil an ihnen, so ist das ein leeres Gerede undnichts als poetische Phrase. Denn was ist den» dasjenige'), wasschöpferisch wirkt eben im Hinblick aus die Idee? Dazu ist es wohldenkbar, daß etwas einem andern ähnlich ist oder wird, auch wenn esnicht demselben nachgebildet ist; daher denn auch, mag nun Sokrateswirklich existiren oder nicht, ein andrer gerade so sein könnte, wie So-krates. Ebenso ist klar, daß dasselbe angewendet werden könnte auchauf eine etwa existirende Idee von Sokrates ?); und dann müßte esauch mehrere Urbilder von demselben Gegenstand geben, also auch meh-rere Ideen, z. B. von einem Menschen die Idee des lebendigen We-sens, die Idee der Zweifüßigkeit und zugleich die Idee des Menschen.Zudem wären die Ideen nicht bloß Urbilder des Sinnlichen, sondernauch der Ideen selber, also die Gattung stände gegenüber den Arten;woraus denn folgen würde, daß eins und dasselbe zugleich Urbild undAbbild wäre. Ferner ist es doch nicht denkbar, daß die Substanz ge-sondert sei von dem Ding, dessen Substanz sie ist; wie könnten alsodie Ideen, als Substanzen der Dinge, von diesen gesondert sein? ImPhädon^) heißt es: die Ideen seien die Ursache sowohl sür das Seinals für das Werden. Nun aber, wenn auch die Ideen sind, so werdendoch die Einzelndinge nicht, die an ihnen Theil nehmen, wofern nichtetwas da ist, das die Bewegung gibt, und vieles andere wird, z. B.ein Haus oder ein Ring, wovon wir keine Idee annehmen §). Daraussieht man denn, daß auch die übrigen Dinge sein und werden können

>) Die Antwort s. vlat. riin. 28 f.

2) Auch in diesem Fall wäre die Aehnlichkeit nicht beweisend für die Urbild-lichleit der Idee.

-) rb». 100 0.

Arist. geht von der Voraussetzung ans, daß nach Plato sür Kunstproduktekeine Ideen anzunehmen seien, also ist sein Schluß wenn die Kunstprodukteohne Ideen find, so können auch die natürlichen Dinge ohne Ideen sein. ES fragtsich übrigens, oh jene Voraussetzung richtig ist. S. Zeller plat. Stud. G. 2S2,