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stanz sich beziehen; denn die Theilnahme an ihnen bezieht sich nichtans etwas Accidentelles, sondern jedes Ding must gerade in sofernTheil nehmen an der betreffenden Idee, als es Subjekt und nicht Prä-dikat ist. Z. B. also, wenn etwas Theil hat an der Idee des dop-pelten, so hat es freilich auch Theil am Ewigen, aber nur accideutell,sosern eben dem doppelten die Eigenschaft ewig zukommt. So müssenalso die Ideen Substanzen 9 sein; der Ausdruck „Substanz" abermuß in der Sinnenwelt dasselbe bezeichnen wie in der Ideenwelt.Sonst hätte es gar keinen Sinn, etwas andres außer den sinnlichenEinzelndingen anzunehmen, nemlich eben das Eine im Vielen, den all-gemeinen Gattungsbegriff. Also: wenn der Begriff dasselbe ist inder Idee und in dem, was an den Ideen Theil nimmt, daun ist eineVerbindung zwischen ihnen möglich; denn wenn bei den vergänglichenZweiheiten und den zwar vielen, aber unvergänglichen der Begriffder Zweiheit eins und dasselbe nusdrückt, warum sollte nicht dasselbeder Fall sein bei der Idee und dem Einzelnding? Ist aber der Be-griff nicht derselbe, dann sind sie bloß gleichnamig und es ist gerade,wie wenn man die Bezeichnung „Mensch" gebrauchen wollte vonKallias und von einem Stück Holz, ohne eine Gemeinsamkeit zwischenbeiden in's Auge zu fassen. — Am allermeisten aber drängt sich dieFrage auf: was denn eigentlich die Idee beibringe zu dem Ewigenunter den sinnlichen Dingen oder zu demjenigen, was wird, unddemjenigen, was vergeht? Kann ja doch weder Bewegung noch über-haupt eine Veränderung aus der Idee abgeleitet werden. Ebenso-wenig wird das Wissen von den Einzelndingen durch die Ideen ir-gendwie gefördert, deßwegen nicht ^), weil die Ideen nicht das Wesender Einzeludinge sind, sonst müßten sie in denselben sein; — auchnicht das Sein, wenn ja doch die Ideen nicht in demjenigen sind, wasan ihnen Theil hat; ja so etwa könnte man die Ideen zu Ursachen derDinge machen, wie die weiße Farbe einen Körper weist macht, dem siebeigemischt wird. Doch eine solche Theorie, die zuerst Anaxagoras und
*) Lesart or-<7L«5.
2) Den mathematischen Zweiheiten.
3) Die Himmelskörper.
Nemlich nach aristotelischen Voraussetzungen, wornach das Wesen nicht ge-trennt vorn Ding zu denken ist, wie dieß Plato annimmt.