gemischt, und „das andere", worunter wir das Unbestimmte denken,bevor es bestimmt wurde und irgend eine bestimmte Form erhielt.Wenn also auch Anaxagoras weder richtig noch bestimmt sich ausdrückt,so will er doch etwas ähnliches sagen, wie die Späteren und wie dieVertreter des heutigen Standpunkts.
Doch diese alle sind nur zu Hause in den Untersuchungen überWerden, Vergehen und Bewegung; denn cs ist so ziemlich nur einsolches Wesen, wovon sie die Principien und Ursachen zu erforschentrachten. Diejenigen aber, welche alles Seiende zum Gegenstand ihrerUntersuchung machen und das Seiende in Sinnliches und Unsinnlicheseintheilen, müssen offenbar auch über diese beiden Gattungen Betrach-tungen anstellen. Daher werden wir etwas länger bei ihnen verweilen,um das Richtige und Unrichtige in ihren Behauptungen hinsichtlich derin Frage stehenden Punkte hcrauszusinden.
Die sogenannten Pythagoreer haben über die Principien undElemente ihre ganz besonderen Ansichten gegenüber den Naturphilo-sophen. Der Unterschied liegt darin, daß sie dieselben nicht aus demGebiet des Sinnlichen nehmen. Denn ') das Mathematische als Theildes Seienden ist ohne Bewegung, abgesehen vom Astronomischen.Dennoch bewegen sich alle ihre Betrachtungen und Untersuchungen umdie Natur; sie erklären die Entstehung des Himmels, sie beobachten,was in Betreff seiner Theile, seiner Erscheinungsformen, seiner Ein»flüsse vorkommt, und hierin gehen ihre Sätze über Princip und Ur»sache aus, jo daß man glaubt, man habe Naturphilosophen vor sich,welche sagen, das Seiende sei eben nur das Sinnliche, soweit es denInhalt des Weltgebäudes bildet. Und doch wären, wie gesagt, ihreUrsachen und Principien ausreichend, um auch zum höheren Sein em-porzusteigen, und dieselben passen eigentlich mehr zu einem solchen alszu naturphilosophischen Betrachtungen. Aus welche Weise jedoch Be-wegung möglich ist, wenn man nur Grenze und Unbegrenztes, geradund ungerad zu Grund legt, darüber sagen sie nichts, oder wie csmöglich ist, daß ohne Bewegung und Veränderung?) ein Entstehenstattfinde und ein Vergehen oder sonst eine Erscheinung, die wir am
')
-)
Das Sinnliche ist als solches bewegungsfähig und bewegt.
Da ja die Zahlen nicht bewegt sind und keine Bewegung verursachen,
S*