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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Nies aus Kaltem werden'). Denn es müßte doch ein drittes da sein,welches diese entgegengesetzten Zustünde in sich anfnähme, es müßteirgend ein natürliches Wesen vorhanden sein, welches zu Feuer undWasser würde; aber darüber gibt Empedokles keine Auskunst.

Wenn man sodann von Anaxagoras annimmt, daß er zweiElementes setze, so kann man dieß allerdings thun mit Rücksicht auseinen Gedanken, welchen Anaxagoras selbst zwar nicht systematisch ent-wickelt hat, dem er aber nothwendig hätte beitreten müssen, wennman ihn darauf geführt hätte; freilich ist seine Behauptung: ursprüng-lich sei alles gemischt gewesen, in mannigfacher Beziehung sinnlos, esmußte ja zuerst ein Ungemischtes vorhanden sein, es kann ferner nichtdas nächste beste mit dem nächsten besten gemischt werden, überdies;würden auf diesem Weg die Eigenschaften und Prädikate getrennt vonder Substanz der Dinges denn Mischung und Trennung sind im-mer correlativ, aber dennoch könnte man, wenn man den eigent-lichen Sinn der Sätze des Anaxagoras eingehender zergliedern undentwickeln wollte, finden, daß er sich mehr dem neueren Standpunktnähert. Nemlich solang nichts gesondert war, war offenbar auch garkeine Aussage möglich über jene Substanz, also z. B. konnte man nichtsagen, sie sei weiß oder schwarz oder grau oder habe sonst eine Farbe,sondern sie war nothwendig farblos; sonst hätte sie eine von diesenFarben haben müssen. Ebenso war sie auch geschmacklos, und so fehl-ten ihr auch die übrigen Prädikate, sie hatte weder eine Qualität nocheine Quantität noch war sie überhaupt etwas. Denn es hätte ihr jairgend etwas von besonderen Eigenschaften znkommen müssen; dießaber war unmöglich, wenn alles gemischt war, das besondere hätte jaschon ausgeschieden sein müssen, bei Anaxagoras aber ist alles gemischt,mit Ausnahme der Vernunft, welche er allein als ungemischt und reinsetzt. Nach all dem ist der eigentliche Sinn des Anaxagoras der, daßes zwei Pnncipien gebe, das Eins, denn dieses ist einfach und nn-

'> Weil die Elemente als solche sich gleich bleiben müssen, also nicht z. B.Feuer ^ Warmes, in Wasser Kaltes übergehen kann noch umgekehrt.

-) Nemlich die bestimnningslose Urmischung als materiales Prinzip, die Ver-nunft als formales.

S) Sofern sie eben erst dazu gemischt wurden, also vorher ungemischt vor-handen waren.