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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Stimme gegeben: denn die einen erklären sich für das Feuer, die an-dern für das Wasser, die andern für die Luft. Was mag nun aberder Grund sein, daß sie nicht auch die Erde setzen, wie die meistenMenschen es thun? Denn diese sagen, alles sei Erde. So sagt auchHesiod '), die Erde sei der erste Körper, welcher entstand; man siehtdaraus, wie uralt und wie populär diese Annahme ist. Von dieserGrundanschauung ^) aus kann man also consequenterweise nur etwadas Feuer als Ur-Element setzen, keines der andern und auch nichtdas, was dichter sein soll als die Luft, aber dünner als das Wasser.Denkt man sich aber das wahre Verhältniß so^), daß das der Ent-stehung nach spätere das dem Wesen nach frühere ist, und ist das chemischund mechanisch verbundene der Entstehung nach das spätere, dann mußman sich für das Gegentheil entscheiden: dann ist das Wasser früherals die Luft und die Erde früher als das Wasser. So viel von den-jenigen , welche eines der genannten Elemente als Princip aufstellen. Derselbe Einwurf trifft aber auch zu, wenn man mehrere Elementeannimmt wie Empedokles, welcher sich unter der Materie vier Kör-per denkt. Auch bei ihm uemlich müssen nothwendig theils dieselben,theils noch ganz eigenthümliche Schwierigkeiten sich erheben. Denn ein-mal sehen wir, daß die Elemente aus einander entstehen, wobei mannicht annehmen kann, daß Feuer und Erde immer derselbe Körperbleiben^) (ich habe darüber in der Physik gesprochen^)), sodann was dieUrsache der Bewegung betrifft, nemlich die Frage, ob Eine anzunehmenist oder zwei, so hat sich Empedokles hierüber offenbar weder richtignoch consequent erklärt6). Ueberhaupt ist bei dieser Ansicht gar keinAnderswerden möglich, es kann nicht Kaltes aus Warmem, noch War-

i) S. ob. Kap. 4 in.

Daß das feinste das erste ist, alles andre durch Composttion, anf synthe-thischem Weg entsteht.

6) Wie Arist. thut.

Was doch zum Begriff des Elements gehört,b) Nicht in der eigentlich so genannten Physik, sondern äs cosiolll 7. 30 ö»und äs gv», st eorr. II S. 333 a.

°) Nicht richtig, sofern er zwei Ursachen der Bewegung annimmt, nicht konse-quent, sofern diese in einander übergehen.

Aristoteles' Metaphysik. 8