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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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- wie im Gefühl, daß sie dieser Frage nicht gewachsen seien, ohneweiteres, das Eins sei unbeweglich und so auch die Natur überhaupt,bei der sie nun nicht bloß kein Werden oder Vergehen annehmeu,denn dieß') war in der älteren Zeit die allgemeine Ansicht, sondernauch sonst jegliche Veränderung leugneten, und dieß ist eine Behaup-tung, die für sie charakteristisch ist. Von denjenigen nun, welche dasEins und das All identificirten, ist es keinem gelungen, eine solche Ur-sache zu begreifen, außer etwa dem Parmenides und auch diesemnur in sofern, als er nicht bloß Ein Princip aufstellt, sondern in ge-wissem Sinn 2) zwei Ursachen annimmt. Dagegen können diejenigen,welche mehrere Principien annehmen, schon eher in diesem Punkt mit-reden , wie z. B. wenn sie von Kaltem und Warmem oder von, Feuerund Erde sprechen; sie sehen nemlich im Feuer dasjenige, welchem vonNatur eine bewegende Kraft zukommt und stellen ihm dann das Was-ser oder die Erde oder sonst etwas ähnliches gegenüber. Alle diese Phi-losophen mitsammt ihren verschiedenen Theorieen über die Principienwaren nicht im Stand, die Natur des Seienden hinsichtlich ihres Ent-stehens in genügender Weise zu erklären; so wurden denn ihre Nach-folger, wie oben gesagt, von der Wahrheit selbst durch innere Nothwen-digkeit dazu getrieben, daß sie nach dem weiteren Princip forschten.Denn es liegt doch wohl auf der Hand, daß der gute und schöne Zu-stand des Seienden, beziehungsweise das gut- und schön-werdenweder im Feuer noch in der Erde noch in etwas derartigem seine Ur-sache haben kann und gewiß haben das jene alten Philosophen auchnicht geglaubt; andererseits wollte man doch auch nicht dem Ungefährund dem Zusall etwas anheimstellen, wovon so viel abhieng. So hatdenn einer den Satz aufgestellt, wie in den lebenden Wesen, so wohneauch in der Natur eine Vernunft, und diese sei die Ursache der ge-sammten Weltordnung: ein Satz, welcher gegenüber den früheren sinn-und haltlosen Behauptungen eigentlich erst die Periode des nüchternenDenkens eröffnete. Der, welcher diesen Satz vor Jedermann aussprach,

') Daß es kein absolutes Werden und Vergehen, kein Werden aus nichtsund Vergehen in nichts gebe.

i) D. h. sür die Populäre Vorstellung nahm P, zwei entgegengesetzte Ur-sachen an, die er verschieden bezeichnet. S. Zeller I, 477 ff. vgl. unten A. S.ch D. h, dem teleologischen Princip.