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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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lebt, das aber, woraus alles entsteht, ist eben das Princip von allem;dieß also führte ihn wohl auf seine Annahme, und dann etwa noch dieweitere Entdeckung, daß der Same aller Dinge seiner natürlichen Be-schaffenheit nach feucht ist, das Feuchte aber hat eben das Princip sei-ner natürlichen Beschaffenheit im Wasser. Manche wollen die gleicheAnsicht über die Natur auch schon im frühesten Alterthum entdecken,bei denjenigen, welche lange vor der jetzigen Generation ganz zuersttheologische') Untersuchungen angestellt haben; diese fanden nemlich inOkeanos und der Tethys dasjenige Paar, worauf alles Entstandenezurückzuführen sei, und das, wobei die Götter schwören, bezeichnet««sie als ein Wasser, eben das Wasser, welches bei den Dichtern Styxgenannt wird; nun ist aber dasjenige, wobei man schwört, das ehr-würdigste, das ehrwürdigste aber muß das älteste sein?). Ob es nunwirklich in der ältesten Zeit eine solche Ansicht über die Natur gegebenhat, mag dahingestellt bleiben; von Thales jedoch nimmt man an, daßer die oben genannten Sätze über die ersten Ursachen aufgestellthabe. Den Hippon^)wird man wohlim Ernst nicht in diese Reihe fiel-len wollen, weil sein Denken doch gar zu wohlfeil ist. Anaximenes^)und Diogenes 5) lassen die Lnft dem Wasser vorangehen, und fin-den in ihr am meisten von den einfachen Körpern das Princip; Hip-pasoZO) von Metapontum und Heraklit?) von Ephesus erklärensich für das Feuer, Empedokles^) dagegen für die vier Elemente,

') Unter Theologen versteht Arist. solche, welche überhaupt metaphysische Un-tersuchungen über die letzten Gründe des Seins angestellt haben, besonders aberdie, die es in poetisch-mythischer Form thaten. Hier denkt Arist. wohl an Stel-len wie Hom. II. XIV, 201. 248; vielleicht auch an Hefiod oder die sog. orphi-schen Gedichte.

2> Folglich ist das Master, als das, wobei man schwört, das älteste.

Ein Physiker der pertkleischen Zeit, wahrscheinlich aus SamoS, der mitLhaleS das Wasser oder das Feucht- für den Grund aller Dinge erklärte. S. Zel-ler gr. Phil. I, 214.

h Aus Milet, im sechsten Jahrhundert.

') Aus Apollonia, wahrscheinlich dem kretischen, im sünften Jahrhundert, einSpätling der jonische» Naturphilosophie.

s> Von diesem ist nichts Näheres bekannt.

c. 500; sei» Feuerprincip ist übrigens nur ein concreter Ausdruck fürdie durch alle? hindurchgehende rastlose Werdelust. S. Zeller I, S38.

2) Von Agrigent c. 440.