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welche es mit dem am meisten Wißbaren zu thun hat; denn wer dasWisse» um seiner selbst willen begehrt, wird am meisten diejenige Wis-senschaft wählen, welcher dieser Name im höchsten Sinne znkommt, sol-cher Art aber ist die Wissenschaft des am meisten Wißbaren, am mei-sten wißbar aber sind die ersten Ursachen; ohne diese wäre gar keineKenntniß der übrigen Dinge möglich, vielmehr ist die letztere aus jenenersten Ursachen zu gewinnen, nicht aber ist es umgekehrt so, daß wirzu der Kenntniß der ersten Ursachen gelangten durch das, was darun-ter begriffen ist. Endlich zum herrschen ist diejenige Wissenschaft ammeisten befähigt, — mehr befähigt als die dienende — welche erkennt,zu welchem Zweck jedes einzelne zu thun ist, dieser Zweck aber ist dasGute an jedem Ding und überhaupt das Beste in der Natur im Gan-zen. Aus all dem Bisherigen ergibt sich nun, daß der Name, mit wel-chem es unsere Untersuchung zu thun hat, aus eine und dieselbe Wis-senschaft zutrifft; diese nemlich muß die Betrachtung der ersten Prin-cipien und Ursachen zum Gegenstand haben; denn auch das Gute undder Zweckbegriff gehört zu den Ursachen. Daß diese Wissenschaft abernicht ein Schaffen zum Inhalt hat, können wir an den ersten Anfän-gern der Philosophie deutlich wahrnehmen. Denn die Verwunderungwar es, wodurch die Menschen ursprünglich zur Philosophie geführtworden sind, wie dieß auch noch jetzt der Fall ist; anfänglich bezogsich ihre Verwunderung aus das zunächst liegende Fragwürdige, so-dann gingen sie allmählich auf diesem Weg weiter und stellten Unter-suchungen an über bedeutendere Dinge, wie z. B. über die verschiede-nen Erscheinungen am Mond, an der Sonne, an den Gestirnen, undüber die Entstehung des Alls. Wer aber sragt und sich wundert, derhat eben das Gefühl des Nichtwissens. Darum ist auch der Philosophgewissermaßen Freund der Sage: denn in der Sage bildet das Wun-derbare ein wesentliches Element. Wenn sie also zur Philosophie da-durch gekommen sind, daß sie der Unwissenheit zu entgehen suchten, soergibt sich hieraus klar, daß sie dem Wissen nachjagten eben um desWissens willen und nicht zu einem bestimmten praktischen Zweck. Da-für zeugt auch die ganze Entwicklung: denn eine solche Erkenntnißwurde erst dann Gegenstand des Strebens, als so ziemlich alles vor-handen war, was die Nothdurft verlangt und was der Erholung unddem freien Lebensgenuß dient. Wir sehen also: es ist keineswegs