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er für besonder? weise und für vorzüglicher als die andern angesehenward. Nun aber wurden allmählich noch mehr Künste erfunden, vonwelchen die einen dem unmittelbaren Bedürfnis; dienten, die anderndem freien Spiel, und die Erfinder der letzteren müssen stets für wei-ser gehalten worden sein als die der ersteren, eben weil das von ihnengefundene Wissen nicht dem nächsten Bedürfniß diente. So wurdenerst dann, als die genannten Künste bereits vorhanden waren, diejeni-gen Zweige des Wissens erfunden, welche weder dem Vergnügen nochdem Bedürfniß dienen, und zwar zunächst in solchen Ländern, wo esLeute gab, welche freie Zeit dazu hatten. So kam es, daß Aegyptendas Geburtsland des mathematischen Wissens ist, eben weil dort diePriesterschast freie Zeit halte, um sich damit zu beschäftigen. Was nunder Unterschied ist zwischen Kunst und Wissenschaft und den sonstigendamit verwandten Begriffen, habe ich in der Ethik ") auseinanderge-seht; was hier den Gegenstand der Erörterung bildet, ist das, daßnach allgemeiner Annahme das, was man Weisheit nennt, sich mit denersten Ursachen und Principien beschäftigt,- daher denn, wie oben ge-sagt, der Empiriker sür weiser gilt als derjenige, welcher bloß irgendwelche Sinneswahrnehmung hat, der Künstler aber für weiser als derHandarbeiter und die theoretischen Künste für weiser als die praktischen.So ergibt sich denn hieraus ganz klar, daß die Weisheit dasjenigeWissen ist, welches sich mit gewissen Ursachen und Principien be-schästigt.
Zweites Kapitel.
Nähere Bestimmungen über die Metaphysik; ihre Erhabenheit über alleandern Wissenschaften, ihr Ursprung und ihr Ziel.
Da wir nun eben dieses Wissen auszusuchen haben, so müssenwir jetzt unsere Aufmerksamkeit der Frage zuwenden: was für Ur-sachen und was für Principien es sind, mit welchen dieses Wissen sichbeschäftigt, das wir Weisheit nennen. Die Sache wird nun klar wer-den, wenn man von den Ansichten ausgeht, welche im allgemeinen über
Ltd. Nic. VI, 3 f.