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Achtes Kapitel.
Wie die Definition zu gewinnen ist.
Wir müssen nun weiter sehen, in wie weit das Gesagte richtigist oder nicht, was die Definition ist und ob es vielleicht von dem, wasetwas ist, einen Beweis und eine Definition gibt oder nicht. Nunist wie gesagt das Wissen von dem, was etwas ist, identisch mit demWissen der Ursache davon, ob es ist; der Grund hiesür ist der, daßdie Ursache etwas ist, und diese Ursache ist entweder das nemliche wiedie Sache oder etwas anderes, und wenn sie etwas anderes ist, so istdieß entweder beweisbar oder unbeweisbar; ist sie nun etwas anderesund läßt sie sich beweisen, so muß nothwendig die Ursache der Mittel-begriff sein und muß in der ersten Figur sich beweisen lassen; denndas, was bewiesen werden soll, ist allgemein und bejahend. So hättenwir also doch Einen Weg gefunden, wie das, was etwas ist, durch einanderes bewiesen wird. Denn für das, was etwas ist, muß noth-wendig wieder das, was etwas ist, der Mittelbegriff sein, wie eineEigenschaft für die Eigenschaften. So sehen wir also, daß man theilsbeweisen kann, theils nicht beweisen kann, was zum Begriff Einer undderselben Sache gehört.
Daß nun dieses Verfahren kein eigentlicher Beweis ist, ist schonoben gesagt worden, es ist vielmehr ein allgemein logischer') Schlußauf das, was die Sache ist. Wie nun dieses Verfahren im Einzelnenmöglich ist, wollen wir angeben und dabei wieder von vorn beginnen.
Wie wir das Warum suchen, wenn wir das Daß haben, — bis-weilen aber werden auch beide zugleich erkannt, niemals aber kann dasWarum früher erkannt werden, als das Daß — ebenso ist klar, daßwir auch den Begriff nicht haben können ohne das Daß; denn es istunmöglich zu wissen, was etwas ist, ohne zu wissen, ob es ist. DasOb aber haben wir bald in accidenteller Weise, bald aber auch so, daßwir etwas von der Sache selber haben, z. B. wenn wir vom Donnerwissen, daß er ein Geräusch der Wolken ist, von der Mondsfinsterniß,daß sie eine Entziehung des Lichts ist, vom Menschen, daß er ein Thier
D. h. dialektischer.