ist nicht eine Gattung. Der Beweis wird also darauf gehen, daßetwas ist. Und dieß ist ja auch das Verfahren der Wissenschaften.Der Geometer z. B. nimmt au, was das Dreieck bedeutet, daß es aberist, das beweist er. Von was wird nun der Definircndc beweisen,daß es ist? vom Dreieck? Nun, wenn man durch die Definition weiß,was das Dreieck ist, so weiß man noch nicht, ob es ist. Dieß ist aberunmöglich.
Es ist aber auch bei den jetzigen Arten der Definition ganz klar,daß die Definirenden nicht beweisen, daß etwas ist. Denn wenn aucheine Linie vorhanden ist, welche vom Mittelpunkt gleich weit entferntist, so ist doch die Frage: warum ist das, was die Definition aus-drückt? Und warum ist diese Linie ein Kreis? Man könnte ja auchsagen, es sei dieß die Definition t es Meisings. Denn die Definitionenzeigen weder die Möglichkeit, daß das Definirte sei, noch zeigen sie,daß cs gerade das ist, dessen Definitionen sic sein wollen. Vielmehrkann man immer noch fragen: warum?
Wenn also der Dcfinirende beweist entweder was etwas ist oderwas der Name bezeichnet, und wenn die Definition sich nicht darausbeziehen kann, was etwas ist, so ist also die Definition ein Ausdruck,welcher dasselbe bezeichnet, was der Name. Aber dieß ist ungereimt.Denn erstlich würde sic sich dann auch aus Nicht-Substanzen beziehenund auf nicht Seiendes, denn bezeichnen läßt sich auch das nicht Sei-ende. Sodann wären alle Begriffe Definitionen, denn einen Namenkann man jedem Begriff geben, so daß wir immer in Definitionensprächen und „Ilias" eine Definition wäre. — Ferner: kein Beweiskann ja beweisen, daß dieser Name gerade dieses bezeichnet; also be-weisen dieß auch die Definitionen nicht.
Hieraus also geht hervor, daß Definition und Schluß nicht einsund dasselbe sind und daß Definition und Schluß nicht einen unddenselben Gegenstand haben, außerdem, daß die Definition nichts be-weist noch zeigt, und daß man, was etwas ist, weder durch Definitionnoch durch Beweis erkennen kann.