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Vielem oder Wenigem so verfährt, es ist immer das gleiche. Wennman nun auf diese Weise zu Werk geht, so ist dieß ein Verfahren ohneSchluß auch bei demjenigen, bei welchem ein Schluß möglich wäre.Denn es ist ja ganz wohl möglich, daß das Gesagte alles wirklich vomMenschen gelte, ohne daß es jedoch das Wesen und den Begriff aus-drückt. Und ferner ist es wohl möglich, etwas hinzuzusetzen oder weg-zunehmen oder zu übergehen, was zum Wesen gehört.
Dieß nun wird oft übersehen, man kann aber auch die Lösungso vollziehen, daß man alles nimmt, was in der Definition begriffenist und eins nach dem andern bei der Eintheilung anreiht, mit Postu-lirung des Ersten, ohne etwas wegzulassen. Dieß aber ist nothwendig,denn man muß das der Art nach Untheilbare haben. Aber ein Schlußliegt hierin doch nicht, vielmehr, wenn je, so schöpfen wir daraus Er-kenntniß auf andere Weise. Und hierin liegt durchaus nichts Unge-reimtes, denn auch der, welcher die Induktion anwendet, beweisteigentlich nichts, obwohl er etwas zu erkennen gibt. Einen Schlußaber gibt derjenige nicht, welcher aus der Eintheilung die Definitionschöpft. Denn wie man bei den Schlußsätzen ohne Mittelbegriff ') —wenn Einer sagt, dieß müsse nothwendig sein, weil jenes ist — fragenkann, warum so, ebenso ist es auch bei den auf Eintheilung beruhen-den Definitionen. Was ist der Mensch? ein sterbliches, mit Füßenversehenes, zweifüßiges, unbeflügeltes Thier. Warum? Diese Frageerhebt sich bei jedem Zusatz; man wird sagen und wird vermeintlichdurch die Eintheilung es beweisen: weil jedes Thier entweder sterblichoder unsterblich ist. Alle solche Bestimmungen aber geben keine Defi-nition. Also wenn auch bewiesen würde durch die Eintheilung, so istdoch der Schluß keine Definition.
Sechstes Kapitel.
Weitere Bemerkungen darüber, daß die Definition kein Beweis ist.
Aber vielleicht kann man das Wesen eines bestimmten Dingsauch in andrer Weise beweisen, nemlich hypothetisch? so nemlich, daß
Ohne Untersatz,