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Viertes Kapitel.
Die Definition ist nicht durch einen Schluß zu beweisen.
Soviel über diese Fragen; nun ist die weitere Frage: gibt esfür die Bestimmung, was etwas ist, einen Schluß und einen Beweisoder nicht, wie eben angenommen wurde? Der Schluß nemlich zeigtetwas von einem Andern durch den Mittelbegriff, das aber, was etwasist, ist etwas eigenthümliches, und in dem, was etwas ist, wird etwasansgesagt. In diesem Fall aber muß eine Umkehrung stattfindenkönnen. Ist nemlich ^ dem 6 eigenthümlich, so ist klar, daß es auchdem 8 und dieses dem 6 eigenthümlich ist, so daß alle einander eigen-thümlich sind. Und ferner auch wenn ^4 allem 8 in der Definitionzukommt, und allgemein 8 von 0 in der Definition ansgesagt wird,so muß nothwendig auch von 0 in der Definition ausgesagt wer-den. Faßt man die Sache nicht in dieser doppelten Weise, so wird esnicht nothwendig sein, daß L. von 6 in der Definition ausgesagt werde,wenn -4 zwar in der Definition von 8 enthalten ist, aber nicht in derDefinition dessen, in dessen Definition 8 enthalten ist. Beides mußaber in der Definition enthalten sein. Also wird auch 8 von 6 geltenin der Definition. Sind nun beide in der Definition und im Begriffenthalten, so wird der Begriff schon vorher im Mittelbegriff enthaltensein. Ueberhaupt — wenn z. B. die Aufgabe ist, zu beweisen, wasein Mensch ist; 6 sei — Mensch, ^ — was er ist, ein zweifüßigesThier oder sonst etwas. Wenn inan nun einen Schluß bildet, so mußnothwendig ^4 von allem 8 ausgesagt werden, für dieses aber bekommtman wieder einen andern Miltelbegriff, so daß auch dieser sein wird,was der Mensch ist. Also nimmt inan an, was man beweisen sollte,denn auch 8 ist ja das, was der Mensch ist.
Man muß dieß besonders in Erwägung ziehen bei den zweiVordersätzen, bei dem Ersten und Unmittelbaren: denn hier wird dasGesagte besonders deutlich. Diejenigen, welche vermittelst der Umkeh-rung beweisen, was die Seele ist oder was der Mensch ist oder irgendetwas dergleichen, begehen eine xsbitio xrirtoixii, z. B. wenn manbehauptete, die Seele sei dasjenige, welches selber die Ursache seines