Zweites Kapitel.
Reduktion der vier Fragen. Was man sucht, ist der Mittelbegrifs.
Von dieser Art und Zahl ist das, was wir suchen und was wirwissen, wenn wir gesnnden haben. Wenn wir nun sragen nach demDas; oder ob etwas ist, schlechthin, so fragen mir, ob es einen Mittel-begriff dasür gibt oder nicht; wenn wir aber erkannt haben, daß es istoder ob es ist, theilwcise und schlechthin, und nun weiter fragen, warumes ist oder was es ist, dann fragen wir, was der Mittelbegriff ist.Wenn ich sage: wir fragen nach dem Daß und ob es ist theilweiseund schlechthin, so ist das so zu verstehen: theilwcise, wenn ich frage,ob der Mond abnimmt oder zunimmt, denn hier fragen wir, ob etwaszukommt oder nicht zukommt, — schlechthin aber, wenn ich frage, obMond oder Nacht ist oder nicht ist. So läuft bei allen Untersuchungendie Sache hinaus auf die beiden Fragen, ob es einen Mittelbegriffgibt und was der Mittelbegriff ist. Der Mittelbegriff ist nemlich dieUrsache, diese bildet aber eben den Gegenstand der Frage. Z. B. ver-finstert sich der Mond? — gibt es dasür eine Ursache oder nicht? —Wenn wir sodann erkannt haben, daß etwas ist, so fragen wir weiter,was es ist. Denn die Ursache dafür, daß etwas ist nicht so oder so,sondern schlechthin ist, in Beziehung ans das Sein, oder andrerseitsdasür, daß es nicht schlechthin ist, sondern etwas von dem an sich oderaccidentell Zukommenden — die Ursache dafür ist der Mittelbegriff.Wenn ich sage „schlechthin," so bedeutet dieß die Frage nach demSubjekt, z. B. Sonne oder Erde oder Mond oder Dreieck; sage ich„etwas", so heißt das: Verfinsterung, Gleichheit, Ungleichheit'), obdiese den Mittelbegriff bilden oder nicht. In allen diesen Fällen istklar, daß die Frage: was es ist, und die Frage: warum es ist, zu-sammeusallen. Was ist Verfinsterung? das, daß dem Mond das Lichtentzogen wird durch die Gegenüberstellung der Erde. Warum ist eineVerfinsterung oder warum wird der Mond verfinstert? Weil dasLicht ausbleibt dadurch, daß die Erde gegenübersteht. Was ist Har-
>) D. h. Prädikate.