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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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das Princip des Wissens; und ebensowenig das unbewiesene Wissen;dieses ist Annahme des unmittelbaren Vordersatzes. Wahr aber istdie Vernunft, das Wissen und die Meinung, resp. das, was durch dieseansgesagt wird; so bleibt also nur übrig, daß die Meinung zum Ge-genstand hat das Wahre oder Falsche, was aber eben auch anders seinkann. Dies; aber ist Annahme des unmittelbaren, dabei aber nichtuothwendigen Vordersatzes. Und diese Bestimmung steht auch im Ein-klang mit der täglichen Erfahrung: die Meinung ist uemlich etwas Un-beständiges und hierin liegt ihr Wesen. Ueberdieß glaubt Niemandzu meinen, wenn er glaubt, es könne etwas unmöglich anders sein,sondern dann glaubt er zu wissen; dagegen wenn er glaubt, es seietwas zwar so, jedoch könne es ganz wohl auch anders sein, dannglaubt er zu meinen, von der Voraussetzung aus, daß das letztere Ge-genstand des Meinens ist, das Nothwendige aber Gegenstand desWissens.

Wie ist es nun hienach möglich, ebendasselbe sowohl zu meinenals zu wissen, und warum soll die Meinung nicht Wissen sein, wennman annimmt, alles, was man weiß, könne man auch meinen? Eswird uemlich der Wissende mit dem Meinenden Hand in Hand gehendurch die Mittelbegriffe hindurch, bis sie auf das Unmittelbare kom-men, so das; der Meinende ebenso weiß, wie der Wissende weiß. Wieman nemlich das Daß meinen kann, so auch das Warum, letzteres aberist der Mittelbegriff. Eigentlich aber ist es so: wenn man annimmt,das, was nicht anders sein kann, verhalte sich so, wie die Definitionen,durch welche die Beweise zu Stande kommen, so wird er nicht meinen,sondern wissen; wenn man aber zwar annimmt, daß es wahr ist, daßaber das Betreffende ihm nicht zukommt in Beziehung auf die Substanzund die Art, so wird das ein Meinen sein und nicht ein eigentlichesWissen, und zwar über das Daß und das Warum, wenn das Meinenberuht auf unmittelbaren Sätzen; wenn aber nicht ans den unmittel-baren Sätzen, so wird das Meinen nur das Daß zum Gegenstandhaben. Auf ebendasselbe beziehen sich Meinen und Wissen nicht injeder Beziehung, vielmehr wie wahre und falsche Meinung sich in ge-wisser Beziehung auf ebendasselbe beziehen, so auch Wissen und Mei-nen. Denn wenn Etliche') meinen, daß wahre und falsche Meinung

l) Z. B. ProtagoraS.