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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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Heilkunde, was hätte dieß anders für eine Bedeutung, als daß eS ver-schiedene Principien für die einzelnen Wissenschaften gibt? Zu sagen,die Principien seien dieselben, weil sie mit sich selber identisch seien,wäre lächerlich; denn auf diese Weise würde am Ende alles identisch.Aber auch das Beweisen von allem aus allem ist nicht das, daß mandie Identität der Principien für alles aussucht; denn dieß wäre sehreinfältig. Denn weder in den allgemein bekannten Wissenschaften ge-schieht dieß, noch ist es möglich in der logischen Analyse; denn Prin-cipien sind die unmittelbaren Vordersätze, der Schlußsatz wird aber einanderer, wenn man einen unmittelbaren Vordersatz dazu nimmt. Wennman aber sagen wollte, die ersten unmittelbaren Vordersätze seien ebendie Principien, so hat man in jeder einzelnen Gattung ein besonderesPrincip. Wenn aber die Sache weder so verstanden wird, als ob manalles Beliebige aus allen Principien beweisen sollte, noch so, daß diePrincipien jeder einzelnen Wissenschaft wieder andere seien, so ist nochdie Frage übrig, ob die Principien sür alles mit einander verwandtsind, aber so, daß aus diesen dieses folgt, aus jenen jenes. Auch dießaber kann offenbar nicht sein, es ist ja gezeigt worden, daß die Prin-cipien des der Gattung nach Verschiedenen selber der Gattung nach ver-schieden sind. Die Principien sind nemlich doppelter Art, solche, auswelchen bewiesen wird und solche, welche den Gegenstand der einzelnenWissenschaften bilden. Die ersteren nun sind die allgemeinen Princi-pien, die andern sind die besonderen, wie z. B. Zahl und Größe.

Dreiunddreißigstes Kapitel.

Unterschied von Wissen und Meinen.

Wißbares und Wissen sind verschieden von Meinung und Gegen-stand der Meinung. Das Wissen nemlich ist allgemein und beruhtauf dem Nothwendigen, nothwendig aber ist das, was nicht anderssein kann. Es gibt aber manches, was wahr ist und seiend, was aberauch anders sein kann. Es ist also klar, daß es in Beziehung aus die-ses letztere kein Wissen gibt; sonst wäre das, was anders sein kann,von der Art, daß es nicht anders sein kann. Und auch die Vernunfthat es nicht mit Solchem zu thun; unter der Vernunft nemlich verstehe ichAristoteles, Organon. 22