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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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in der andern Figur näher untersuchen, auf wie vielerlei Weise einSchluß auf ebendasselbe gebildet werden kann.

Dreißigstes Kapitel.

Vom Zufälligen gibt es kein eigentliches Wissen.

Von dem, was aus Zufall ist, gibt es kein auf Beweis beruhen-des Wissen. Das Zufällige ist nemlich weder etwas Nothweudigesnoch etwas Gewöhnliches, sondern das, was außer dem Nothwendigenund Gewöhnlichen ist; der Beweis aber setzt eben das eine von beidenvoraus. Jeder Schluß nemlich geht hervor aus Vordersätzen, welchedas Nothwendige oder das Gewöhnliche enthalten; sind die Vordersätzenothwendig, so ist auch der Schlußsatz nothwendig, sind aber die Vor-dersätze gewöhnlich, so ist es auch der Schlußsatz. Wenn also das Zu-fällige weder gewöhnlich noch nothwendig ist, so gibt es dafür keinenBeweis.

Eliiunddreißigstes Kapitel.

Lie sinnliche Wahrnehmung begründet kein eigentliches Wissen.

Auch die sinnliche Wahrnehmung führt nicht zuin Wissen. Dennwenn auch die sinnliche Wahrnehmung auf das Gattungsmäßige undnicht bloß aus ein Einzelnes sich bezieht, so ist doch nothwendig das, waswir zunächst wahrnehmen, ein Dieses, es ist irgendwo und ist jetzt.Das Allgemeine dagegen und was überall ist wahrzunehmen ist un-möglich , denn es ist kein Dieses und ist nicht jetzt, sonst wäre es jaeben nicht allgemein; denn unter dem Allgemeinen verstehen wir jadas Immer und das Ueberall. Da nun die Beweise allgemein sind,das Allgemeine aber nicht wahrgenommcn werden kann, so ist klar,daß man auch nicht durch sinnliche Wahrnehmung zum Wissen gelan-gen kann. Es ist aber klar, daß wir selbst in dein Fall, daß man dieEigenschaft des Dreiecks, daß seine Winkel gleich zwei Rechten sind,sinnlich wahrnehmen könnte, noch einen Beweis suchten, also nicht, wieManche glauben, schon wüßten; denn die sinnliche Wahrnehmung geht