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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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sofern sie nicht eine Definition enthalten. Accidentiell nemlich sinddiese Bestimmungen alle, aber die einen an sich, die andern in andererWeise; dieß alles nun wird, wie gesagt, von einem Subjekt ausge-sagt, das Accidentielle aber ist nicht selber ein Subjekt, denn wir neh-men nichts als so beschaffen an, was nicht, sofern es ein Anderes ist,so oder so bezeichnet würde, vielmehr kommt es andern zu und zwarbald diesem bald jenem. Also weder in der Richtung nach oben nochin der Richtung nach unten kann davon die Rede sein, daß eins voneinem in unendlicher Weise ausgesagt würde. Dasjenige nemlich,von welchem das Accidentielle ausgesagt wird, ist das Substanzielle,dieses aber ist nicht unendlich. Nach oben ist das Substanzielle unddas Accidentielle und beides ist nicht unendlich. Nothwendig also mußetwas sein, von welchem etwas als erstes ausgesagt wird und von die-sem ein Anderes und es muß dabei eine Grenze geben, es muß etwassein, welches nicht mehr von einem Früheren ausgesagt wird und vonwelchem kein anderes Früheres ausgesagt wird.

Das Gesagte nun enthält Einen Weg des Beweises, ein andererist noch der, wenn das, von welchem etwas Früheres ausgesagt wird,durch dieses letztere bewiesen wird; was aber sich beweisen läßt, zudem kann man sich nicht besser verhalten, als wenn man es weiß'),wissen aber kann man es nicht ohne Beweis. Ist aber etwas erkenn-bar durch ein Anderes, und wissen wir dieses Andere nicht, ohne daßwir uns besser dazu verhalten als das Wissen möglich macht, so wer-den wir auch das nicht wissen, was durch dieses Andere erkennbar ist.Wenn es nun möglich ist, etwas durch Beweis schlechthin zu wissenund nicht aus bestimmten Bedingungen und unter gewissen Voraus-setzungen, so müssen nothwendig die das Mittelglied bildenden Aus-sagen begrenzt sein. Sind sie nemlich nicht begrenzt, gibt es vielmehrimmer etwas, was über dem Angenommenen steht, so gibt es einenBeweis für Alles, also wenn es doch unmöglich ist, das Unendlicheganz durchzugehen, so werden wir das, wofür es einen Beweis gibt,doch nicht wissen durch Beweis. Wenn wir uns nun auch nicht besserdazu verhalten als auf dem Standpunkt des Wissens, so wird es gar

i) Das bessere Verhalten wäre sinnliche Wahrnehmung ober nnmittelbars An-schauung.