314
oder so, daß etwas in der Mitte ist, welchem es noch früher nicht zu-kommt, z. B. 0, welches dem ganzen 8 zukommt, und noch früherals diesem einem Andern, z. B. H, welches dem ganzen 6 zukommt.Denn auch in diesen Fällen sind die Begriffe, welchen das Betreffendefrüher zukommt, entweder unendlich oder sie haben eine Grenze, beiwelcher man stehen bleiben muß.
Nicht ebenso verhält es sich bei den Begriffen, welche sich gegen-seitig umkehren lassen. Denn bei dem, was gegenseitig von einanderausgesagt wird, gibt es kein Erstes und Letztes, hier steht Alles zuAllem im gleichen Verhäliniß, mag nun das Ausgesagte unbegrenztsein oder mag beides *), um was es sich bei dieser Frage handelt, un-begrenzt sein, abgesehen von dem Fall, wo die Umkehrung nicht einegleichartige ist, sondern von der einen Seite eine accidentelle, von derandern eine aus wirklichem Prädikat beruhende.
Zwanzigstes Kapitel.
Die Mittelbegriffe zwischen Subjekt und Prädikat sind nicht unbegrenzt
in bejahenden Beweisen.
Es ist also klar, daß die Mittelbegriffe nicht unendlich sein kön-nen, wenn nach unten und nach oben die Aussagen eine Grenze haben,bei welcher man stehen bleiben muß. Ich verstehe aber unter Bezeich-nung „nach oben" die Richtung auf das Allgemeinere, unter „nachunten" die Richtung aus's Einzelne. Wenn nemlich L. ausgesagt wirdvon b' und dabei die Mittelbegriffe unendlich sind, welche mit U be-zeichnet werden, so wäre es natürlich auch möglich, daß von L. ausnach unten eines vom andern in's Unendliche ausgesagt werde (denndas Mittlere, bis man zu k' gelangt, wäre ja unendlich), und ebensokönnten die Mittelbegriffe von l? an aufwärts unendlich sein, bis manzu L. gelangte. Ist nun also dieß unmöglich, so ist es auch unmöglich,daß die Mittelglieder für^. und l? unendlich sind. Dabei macht eS keinenUnterschied, wenn man auch sagen wollte, die einen Glieder von
*> Gubject und Prädikat.
') Wobei v die Reihe der Mittelglieder zwischen L »nb r bezeichnet.