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tion oder durch Beweis. Der Beweis geht hervor aus dem Allgemei-nen , die Induktion aus dem Einzelnen; es ist aber unmöglich dasAllgemeine ohne Vermittlung der Induktion zu betrachten, denn auchdas sogenannte Abstrakte ist doch immer vermittelst der Induktionnäher kennen zu lernen, daß nemlich jeder Gattung einiges zugehört,auch wenn es nicht getrennt für sich ist, sofern eben jegliches von dieserbestimmten Beschaffenheit ist. Induktion aber ist nicht möglich ohnesinnliche Wahrnehmung. Die sinnliche Wahrnehmung nemlich gehtauf das Einzelne, denn es ist nicht möglich, das Wissen des Einzelnenzu bekommen. Sowenig das Wissen aus dem Allgemeinen möglich istohne Induktion, sowenig das Wissen durch Induktion ohne sinnlicheWahrnehmung.
Neunzehntes Kapitel.
Frage, ob die Principien der Beweise begrenzt sein müssenoder nicht?
Jeder Schluß kommt zu Stande durch drei Begriffe; der eine —bejahende — Schluß vermag zu zeigen, daß I. dem 0 zukommt, weiles dem L zukommt, und L dem 0; der verneinende Schluß ist einsolcher, in welchem der eine Vordersatz aussagt, daß etwas einemAndern zukommt, der andere aber, daß es ihm nicht zukommt. Es istalso klar, daß hierin die Principien und die sogenannten Hypothesendes Schlusses bestehen; wenn man nemlich diese Principien nimmt, somuß man in der angegebenen Weise beweisen, also z. B. daß I. dem0 zukommt vermittelst L, und wiederum daß ä. dem L zukommt ver-mittelst eines andern Mittelbegriffs, und ebenso, daß L dem 0 zu-kommt. Wenn man nun bloß nach einer Meinung, d. h. nur ebendialektisch schließt, so hat man natürlich nur darauf zu sehen, ob dieElemente, aus welchen der Schluß hervorgeht, so viel als möglichWahrscheinlichkeit enthalten, also wenn auch in Wahrheit ein Mittel-glied für L vorhanden ist, aber in dem Schluß nicht zum Vorscheinkommt, so hat der, welcher auf diese Weise schließt, dialektisch ge-schlossen; will man aber nach Maßgabe der Wahrheit schließen, somuß man darauf sehen, daß man das Wirkliche auch zu Grund