also auch 8 keinem 0, also athmet die Wand nicht'). Bei solchen Be-gründungen ist es gerade, wie wenn man im Ausdruck zu weit geht,d. h. wenn man, um den Mittclbegriff anzngeben, sich zu weit entsernt,wie der Beweis des Anacharsis: in Scythien gibt es keine Flöten-spieler, denn es gibt dort ja auch keine Weinstöcke 2).
Dieß sind also die Unterschiede des Schluffes auf das Daß unddes Schluffes auf das Warum, sofern die letzteren einer und derselbenWissenschaft angehören und sosern die Stellung der Mittelglieder dabeiin Betracht kommt; in andrer Hinsicht beruht der Unterschied des Daßund des Warum darauf, daß man das eine durch diese, das anderedurch eine andere Wissenschaft betrachtet. Solcher Art ist dasjenige,was sich so zu einander verhält, daß das eine unter dem andern be-griffen ist, was z. B. das Verhältnis der Optik zur Geometrie ist, derMechanik zur Stereometrie, der Harmonik zur Arithmetik, der Him-melserscheinungen zur Astronomie. Manche von diesen Wissenschaftensind eigentlich synonym, wie die mathematische Astronomie und die fürdie Seefahrten berechnete Astronomie, ebenso die mathematische Har-monik und die auf dem Gehör beruhende. In diesen Fällen ist csSache der sinnlichen Wahrnehmung, das Daß zu wissen, und Sachedes Mathematikers, das Warum zu erkennen; der Mathematiker nem-lich hat den Beweis der Ursachen und er kennt oft das Daß gar nicht,gerade wie man bei Betrachtung des Allgemeinen oft manches Einzelnenicht kennt, weil man keine besondere Aufmerksamkeit darauf richtet.Dieses Einzelne ist das, was vermöge des Allgemeinen erkannt wird,obwohl es selber seinem Wesen nach von diesem verschieden ist; so hates die Mathematik mit dem Allgemeinen zu thun, nicht mit einem be-stimmten Substrat; wenn nemlich die Geometrie auch mit einem be-stimmten Substrat sich beschäftigt,' so betrachtet sie es doch nicht alsdieses Bestimmte. Wie sich nun die Optik zur Geometrie verhält, soverhält sich wieder eine andere Wissenschaft zur Optik; dahin gehörtdie Untersuchung der Regenbogenhaut; hier ist die Kenntniß des Daß
1) Alles was athmet, ist ein Thier,
Keine Wand ist ein Thier,
Keine Wand athmet.
2) Der Grund liegt zu weit ab; anstatt etwa zu sagen: man macht dortkeine Flöten aus den Wetnstöcken.