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Dreizehntes Kapitel.
Vom Unterschied des Daß und des Warum in den Beweisen, beiEiner und bei verschiedenen Wissenschaften.
Es ist ein Unterschied zwischen dem Wissen des Daß und demWissen des Warum, erstlich in Einer und derselben Wissenschaft undzwar hier in doppelter Weise: einmal wenn der Schluß gar nicht durchunmittelbare Sätze zu Stande kommt (in diesem Fall nemlich nimmtman nicht die erste Ursache, das Wissen des Warum aber beruht ebenauf der ersten Ursache), sodann wenn man zwar durch unmittelbareSätze den Schluß gewinnt, aber nicht durch die Ursache, sondern durchdasjenige von dem in Wechselbeziehung Stehenden 0, welches das be-kanntere ist. Es ist nemlich wohl möglich, daß bei Sätzen, welchegegenseitig von einander gelten, bisweilen gerade derjenige der be-kanntere ist, welcher nicht die Ursache enthält, so daß also durch diesender Beweis gewonnen wird, wie z. B. der Beweis, daß die Planetennahe sind, dadurch, daß sie nicht funkeln. Es sei 0 — Planeten, U^ nicht funkeln, ^ — nahe sein. Nun ist es richtig, L von 0 aus-zusagen, denn die Planeten funkeln nicht; aber auch X von U, denndas, was nicht funkelt, ist nahe; diese Annahme mag beruhen auf In-duktion oder auf sinnlicher Wahrnehmung. Also muß dem 0 zu-kommen, somit ist bewiesen, daß die Planeten nahe sind 2). Dieß istnun ein Schluß, welcher nicht auf das Warum geht, sondern auf dasDaß; denn die Planeten sind nicht nahe, weil sie nicht funkeln, son-dern sie funkeln nicht, weil sie nahe sind. Man kann aber auch daseine durch das andere beweisen und dabei einen Schluß bekommen,welcher auf das Warum geht, z. B. 0 sei — Planeten, L — nahesein, — nicht funkeln; nun kommt 6 dem 6 zu, also auch ^ dem
1) Zwei Siitze, welche Ursache und Wirkung enthalten und bei welchenwechselseitig vom einen auf den andern geschloffen wirb,
2) Was nicht funkelt, ist nahe,
Dis Planeten funkeln nicht,
Die Planeten sind nahe.