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höheren, welchen die betreffenden Bestimmungen an sich zukommen. Soist also auch hieraus klar, daß es nicht möglich ist, jegliches schlechthinzu beweisen, sondern eben aus den jeglichem zukommenden Principien.Aber die Principien der genannten Wissenschaften enthalten das Ge-meinsame.
Ist nun dieses klar, so ist auch leicht einzusehen, daß es nichtmöglich ist, die jedem eigenthümlichen Principien zu beweisen; denndiese sind die Principien von Allem und die Wissenschaft derselben istdie eigentlichste Wissenschaft. Es weiß ja auch derjenige in höheremGrad, welcher aus den höheren Gründen weiß, er weiß nemlich ausdem früheren, wenn er weiß aus Gründen, die nicht selber wieder aufGründen beruhen. Also wenn er in höherem und im höchsten Gradweiß, so gibt es eben damit ein höheres und ein höchstes Wissen. DerBeweis aber paßt nicht für eine andere Gattung, abgesehen von demgenannten Falle, daß Beweise aus der Geometrie angewendet werdenauf die Mechanik oder Optik und Beweise aus der Arithmetik aus dieHarmonik.
Es ist übrigens nicht so leicht zu erkennen, ob man weiß odernicht, sofern es nemlich schwer ist zu erkennen, ob wir wissen aus denjeglichem eigenthümlichen Principien oder nicht; eben hierin aber be-steht ja das Wissen. Wir meinen wohl zu wissen, wenn wir einenSchluß haben aus irgend welchen wahren und obersten Sätzen. Alleindich ist ein Jrrthum, vielmehr muß das Erschlossene gattungseins seinmit dem Ersten.
Zehntes Kapitel.
Begriff von „Princip" und einigen andern Ausdrücken.
„Princip" nenne ich in jeder Gattung dasjenige, was hinsicht-lich des Seins nicht bewiesen werden kann. Was nun das Erste unddas daraus sich Ergebende bedeutet, wird angenommen; was das Seinbetrifft, so muß man dich von den Principien annehmen, das andereaber muß man beweisen, z. B. was eine Einheit ist, was das Gerade,was ein Dreieck; daß aber eine Einheit ist und daß eine Größe ist, mußman annehmen, während man das Uebrige beweisen muß.