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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
281
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welches zum apodiktischen Wissen gehört, ein nothwendiges ist. Apo-diktisch ist das Wissen, welches wir dadurch haben, daß wir einen Be-weis haben; der Beweis ist also ein Schluß aus nothwendigen Prä-missen. Wir müssen also untersuchen, welche und welcherlei Elementezur Bildung des Beweises gehören. Zunächst aber wollen wir bestim-men, was unsere Ansicht ist von dem Ausdruckvon allem" und wasdasAn sich" und was das Allgemeine bedeutet.

Von allem" nenne ich dasjenige, was nicht von einigem gilt,von einigem aber nicht, oder was nicht diesesmal gilt, ein anderesmalaber nicht, z. B. wenn von jedem Menschen der Begriff Thier gilt,und es ist richtig, den und den einen Menschen zu nennen, so ist esauch richtig, ihn ein Thier zu nennen, und wenn jetzt das eine gilt, soauch das andere, und ebenso ist es, wenn in jeder Linie ein Punkt ist.Der Beweis liegt darin, daß wir bei der Frage nach demvon allem"geltenden die Einwürfe in dieser Weise Vorbringen, nemlich: ob dasbetreffende von einigem nicht gelte, oder ob es in gewissen Fällen nichtgelte.

An sich" ist dasjenige, was im Begriff enthalten ist, wie z. B.im Dreieck die Linie und in der Linie der Punkt (aus den letzterennemlich besteht das Wesen von Dreieck und Linie, und Linie und Punktsind enthalten in dem Ausdruck, welcher den Begriff ausdrückt), ferneristAnsich" dasjenige, was in einem Andern enthalten ist und in wel-chem dieses Andere selber so enthalten ist, daß es zu dem den Begriffangebenden Ausdruck gehört; z. B. das Gerade und das Kreisrundekommt der Linie zu, das Ungerade und das Gerade der Zahl undebenso das Erste, das Zusammengesetzte, das Gleichseitige und Ungleich-seitige; bei allen diesen Bezeichnungen ist in dem den Begriff angeben-den Ausdruck hier die Linie enthalten, dort die Zahl. Ebenso nenneich auch sonst das, was sich in dieser Weise zu jeglichem verhält,ansich", was aber in keiner der beiden Weisen zukommt, ist accidentell,wie z. B. das Gebildete und das Weiße einem Thier in accidentellerWeise zukommt. Ferner ist Ansich, was nicht von irgend einemAndern als seinem Subjekt ausgesagt wird, während z. B. das Gehendeals ein anderes gehend ist und weiß "); dagegen die Substanz und was

') Das Gehende ist lein Ansich, denn ein anderes Wesen ist eigentlich gehend.