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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
277
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annimmt, als etwas wahres. Aussage ist der eine oder andere Theileines Widerspruchs. Widerspruch ist ein Gegensatz, eine Gegenüber-stellung , wobei es an nnd für sich kein Mittleres gibt. Der Wider-spruch hat zwei Theile: wird etwas von einem andern ausgcsagt, soist dieß eine Bejahung, wird etwas einem andern abgesprochen, so istdieß eine Verneinung. Was das unmittelbare Princip des Schlussesbetrifft, so nenne ich es Satz, Thesis, wenn es der Art ist, daß manes nicht beweisen kann, daß aber derjenige, welcher etwas erkennenwill, es nicht schon haben muß; ist es aber von der Art, daß man esschon haben muß, um irgend etwas zu erkennen, so nenne ich es Grund-satz, Axiom; von dieser Art gibt es manche Sätze und bei diesen pflegenwir eben die genannte Bezeichnung anzuwenden. Ist die Thesis vonder Art, daß sie den einen oder den andern Theil der Aussage an-uimmt, also z. B. daß etwas ist oder daß es nicht ist, so nenne ich esAnnahme, Hypothese, im andern Fall ist es eine Bestimmung, Defini-tion. Die Definition ist nemlich eine Thesis, es setzt nemlich der Arith-metiker, daß z. B. die Einheit das quantitativ Untheilbare ist; sie istaber keine Hypothese; denn die Bestimmung, was eine Einheit ist,und die Bestimmung, daß eine Einheit ist, sind nicht identisch.

Da man nun die betreffende Sache glaubt und weiß auf Grunddavon, daß man einen solchen Schluß hat, welchen wir Beweis nen-nen, da ferner dieser Schluß daraus beruht, daß das und das, worausder Schluß entsteht, wirklich ist, so ergibt sich die Nothwendigkeit, dasErste entweder nach seinem ganzen Umfang oder zum Theilnicht nur vorher zu kennen, sondern es auch noch in höherem Grad zukennen °); denn immer ist dasjenige, wodurch ein Anderes ist, in höhe-rem Grad vorhanden, z. B. dasjenige, wodurch und weßhalb wiretwas Anderes lieben, ist noch in höherem Grad lieb. Ist also dasErste dasjenige, auf Grund dessen wir etwas wissen und glauben, sowissen wir auch dieses Erste und glauben es und zwar in höheremGrad, weil wir auf Grund davon auch das Spätere wissen und glau-ben. Es ist aber nicht möglich, in höherem Grad, als das, was manweiß, dasjenige zu glauben, was man nicht weiß und in Beziehungauf das man nicht besser daran ist, als wenn man es eben wüßte.

>) Als das, was daraus folgen soll.