Mitcn Analytika
Lrstes Wuch.
Erstes Kapitel.
Jedes Wissen hat gewisse Voraussetzungen, auf welchen es beruht. Dasallgemeine Wissen ist aber noch kein Wissen des Einzelnen.
Jedes reflektirende') Lehren und Lernen geht hervor aus einerschon vorher vorhandenen Erkenntniß. Dieß zeigt sich durchgängig beinäherer Betrachtung: sowohl die mathematischen Wissenschaften alsauch überhaupt jede Kunst werden aus diesem Weg gewonnen. Ebensoist es auch mit dem logischen Wissen, mag dasselbe durch Schlüsse oderaus dem Weg der Induktion zu Stande kommen; in beiden Fällenmuß das Wissen beigebracht werden durch Vermittlung von etwas schonvorher Gewußtem; im elfteren Fall nimmt mau an, was 2) man ebenannehmen kann bei solchen, die ein Verständniß von der Sache haben;im letzteren Fall zeigt man das Allgemeine dadurch, daß das Einzelneals bekannt vorausgesetzt wird. Ebenso verfahren die Schulredner, umzu überzeugen: sie wählen entweder den Weg des Beispiels, d. h. dieInduktion, oder den des Enthymems ^), d. h. eben des Schlusses. —Was nun die vorausgehende Erkenntniß betrifft, so muß diese doppel-
Im Gegensatz zu der rein empirischen Methode.2) Nemlich die allgemeinen Axiome,
S) S. Lnal. pr. II. 27.
Aristoteles, vrganon,