aber nimmt man an. — Der Beweis aber, daß eine Frau schwangerist, weil sie bleich ist, gehört in die dritte Figur. Da nemlich dasBleiche den Schwangeren zukommt, und nun auch dieser bestimmtenFrau znkommt, so nimmt man als bewiesen an, daß sie schwanger sei.
— bleich, 8 — schwanger sein, 0 — Frau '). Wenn man nunden einen Vordersatz ausspricht, so hat man nur ein Merkmal, nimmtman aber auch den zweiten dazu, so ist es ein Schluß, wie daß Pitta-kns freigebig ist, die Ehrliebenden nemlich sind freigebig, Piltakus aberist ehrliebend; oder ferner, daß die Weisen gut sind: Pittakus ist gut,aber auch weise. So also erhält man Schlüsse, jedoch ist der durchdie erste Figur gebildete unwiderlegbar, wenn er wahr ist, weil erallgemein ist, der durch die dritte Figur gebildete ist widerlegbar, auchwen» der Schlußsatz wahr ist, weil er nicht allgemein ist und weil derSchluß nicht auf die Sache geht; denn wenn Pittakus gut ist, müssendeßhalb nicht auch alle andern Weisen gut sein. Der Schluß in derzweiten Figur aber ist immer und in allen Fällen widerlegbar, denncs gibt nur einen Schluß, wenn sich die Begriffe so verhalten; dennwenn die schwangere Frau bleich ist und auch diese bestimmte Fraubleich ist, ist es doch nicht nothwendig, daß diese Frau schwanger ist.Etwas Wahres wird also bei allen Merkmalen vorhanden sein, dochsind die genannten Unterschiede festzuhalten.
Entweder also muß man auf die genannte Weise unter denMerkmalen unterscheiden und dann ist unter denselben der Mittel-begriff als Beweismittel aufzufassen (denn als Beweismittel be-zeichnet man das, was Wissen bewirkt, von der Art aber ist besondersder Mittelbegriff), oder aber man nennt das, was durch die Mittel-begriffe der zweiten und dritten Figur gegeben ist, Merkmal, wasdurch den Mittelbegriff der ersten Figur, Beweismittel; denn wasdurch die erste Figur gegeben ist, ist am einleuchtendsten undwahrsten.
>) Jede Schwangere N ist bleich L,
Diese Frau 6 ist bleich,
Diese Frau ist schwanger.
-) Reinlich in der ersten Figur; nach dieser Aufsagung ist das Beweismittelauch ein Merlmal, nemlich ein unwiderlegbares.