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Bon allem, was ist, ist das eine von der Art, daß es nicht vünirgend einem andern in Wahrheit allgemein ansgesagt werden kann,wie z. B. Kallias, Kleon und überhaupt das Einzelne und sinnlichWahrnehmbare; wohl aber kann von diesem Anderes ausgesagt wer-den (denn Kallias und Kleon sind Menschen und lebende Wesen); An-deres ist von der Art, daß es von Anderem ausgesagt wird, daß abervon ihm selbst nicht etwas Anderes, als früher seiend, ausgesagt wird;noch Anderes ist von der Art, daß es von Anderem und daß wiederAnderes von ihm ausgesagi wird, wie z. B. „Mensch" von Kalliasausgesagt wird und von Mensch wieder „lebendes Wesen". Daß nuneiniges vom Seienden seiner Natur nach nicht von einem Andern aus-gesagt werden kann, ist klar; es ist nemlich fast jedes sinnlich Wahr-nehmbare von der Art, daß es nicht von einem andern ausgesagt wer-den kann, außer in accidenteller Weise, sofern wir nemlich etwa sagen,jenes Weiße sei Sokrates *), und das, was herankommt, sei Kallias.Daß es aber auch bei dem Zurückgehen auf das Obere, Allgemeine ir-gend einmal eine Grenze gibt, werden wir ein andermal auseinauder-setzen 2), für jetzt mögen die gegebenen Bestimmungen genügen. Wasalso dieses Allgemeine betrifft, so ist es nicht möglich, etwas Anderesals davon ausgesagt nachzuweisen, außer etwa auf Grund der bloßenVorstellung, vielmehr wird dasselbe nur von Anderem ausgesagt; um-gekehrt wird das Einzelne nicht von Anderem ausgesagt, sondern An-deres vom Einzelnen. Dagegen bei dem in der Mitte Stehenden ist,wie man sieht, beides möglich: dasselbe kann von Anderem ausgesagtund Anderes kann von ihm ausgesagt werden und so ist es gewöhn-lich auch das in der Mitte Stehende, was den Gegenstand der Unter-suchungen und Betrachtungen bildet.
Man muß nun die Vordersätze in jedem einzelnen Fall in derWeise ausfinden, daß man zuvörderst das, was behandelt wird, diedazu gehörigen Definitionen und die specifischen Eigenschaften desselbenzu Grund legt, sodann dasjenige, was der Sache beigelegt wird und
1) Nicht das Weiße selbst ist Sokrates, sondern die Person, an welcher dasWeiße ist.
2) Lnsl. I, 33.