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Sechstes Kapitel.
Von dm Schlüssen der dritten Figur.
Wenn einem und demselben das eine ganz, das andre gar nichtzukommt, oder wenn beides demselben ganz und gar nicht zukommt,so nenne ich die so gebildete Figur die dritte Figur. Der Miltelbegriffdarin ist derjenige, von welchem die beiden andern ausgesagt werden,die äußeren Glieder sind diejenigen, welche ausgesagt werden, derOberbegriff ist derjenige, welcher vom Mittelbegriff mehr entfernt ist,der Unterbegriff der dem Mittelbegriff näher stehende ^). Der Mittel-begriff steht außerhalb der äußeren Glieder und hat die letzte Stelle.Ein vollständiger Schluß nun kommt auch in dieser Figur nicht zuStande, wohl aber wird ein Schluß möglich sein, mögen die Begriffesich allgemein oder nicht allgemein zum Mittelbegriff verhalten. Istdas Verhältniß ein allgemeines, so wird, wenn sowohl ? als L demganzen 8 zukommen, ? einigem R zukommen müssen '),' denn da dieBejahung sich umkehren läßt, so wird 8 einigem R zukommen, so daß,da ? dem ganzen 8, 8 aber einigem R zukommt, nothwendig ?einigem U, zukommen muß; denn wir haben dann einen Schluß aufGrund der ersten Figur 3). Man kann die Nachweisung auch machenvermittelst des Unmöglichen und vermittelst der Theilung des Be-
1) Nach dem Schema:
L (Oberbegriff) ist 6 (Mittelbegriff),
L (Unterbegriff) ist 6,
L ist N.
2) ? ist Oberbegriff, R Unterbegriff, 8 Rittelbegriff.6) Jeder Mensch ist vernünftig,
Jeder Mensch ist ein Thier,
Einige Thiere sind vernünftig.
Nach Figur I.:
Jeder Mensch ist vernünftig,
Einige Thiere sind Mensch,
Einige Thiere sind vernünftig.
^) Wenn man einen Satz verneint:
Kein Thier ist vernünftig,
Jeder Mensch ist ein Thier,
Kein Mensch ist vernünftig.
Aristoteles, Organon.
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