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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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oder nirgends. Hinsichtlich solcher Begriffe nun, welchen nichts entge-gengesetzt ist, ist diejenige Vorstellung falsch, welche der wahren wider-streitet (contradictorisch); z. B. wer die Vorstellung hat, der Menschsei ein Nicht-Mensch, hat eine falsche Vorstellung. Sind nun hier diegenannten Vorstellungen einander entgegengesetzt, so werden es auchsonst diejenigen sein, welche den Widerspruch bilden.

Ferner: die Vorstellung, daß das Gute gut ist, entspricht derVorstellung, daß das Nichtgnte nicht gut ist, und ebenso die Vorstel-lung, daß das Gute nicht gut ist, der Vorstellung, daß das Nichtgutegut ist. Die Vorstellung nun, daß das Nichtgute nicht gut ist, istwahr, und welche Vorstellung ist nun dieser wahren Vorstellung ent-gegengesetzt? Offenbar doch nicht diejenige Vorstellung, welche sagt,daß das Nichtgnte schlecht sei, denn diese ist ja doch zu gleicher Zeitwahr, es kann aber niemals sein, daß eine wahre Vorstellung einerwahren Vorstellung entgegengesetzt ist; es gibt nemlich manches Nicht-gute , welches schlecht ist, so daß also beide Vorstellungen zu gleicherZeit wahr sein können. Aber auch die Vorstellung ist nicht die entge-gengesetzte, daß das Nichtgute nicht schlecht sei; denn auch diese istwahr; es kann ja doch beides zu gleicher Zeit stattfindcn '). Alsobleibt nur übrig, daß der Vorstellung, daß das Nichtgute nicht gutsei, die Vorstellung entgegengesetzt ist, daß das Nichtgute gut sei; dieseletztere ist nemlich falsch. Daraus ergibt sich, daß auch die Vorstellung,daß das Gute nicht gut sei, entgegengesetzt ist der Vorstellung, daßdas Gute gut ist. Man steht leicht, daß es keinen Unterschied macht,wenn man die Bejahung allgemein faßt; es wird ihr nemlich danndie allgemeine Verneinung entgegengesetzt sein, also z. B. der Vorstel-lung, daß alles, was gut ist, gut ist, die Vorstellung, daß nichts Gu-tes gut ist; die Vorstellung nemlich, daß das Gute gut ist, ist, wennman das Gute allgemein faßt, identisch mit der Vorstellung, daß, wasgut ist, gut ist. Dieß aber ist nicht mehr verschieden von der Vorstel-lung, daß alles, was gut ist, gut ist. Und ebenso ist es dann auch beidem Nichtguten. Also wenn es hinsichtlich der Vorstellung sichalso verhält, die in der Sprache ausgedrückten Bejahungen und Ver-neinungen aber Zeichen dessen sind, was in der Seele vorgeht, so folgt

U Daß etwas weder gut noch schlecht ist,