Inhalt des Denkens, ini Denken aber die Vorstellung des Entgegen-gesetzten die entgegengesetzte Vorstellung ist, — wie z. B. die Vorstel-lung: jeder Mensch ist gerecht, entgegengesetzt ist der Vorstellung: jederMensch ist ungerecht, — so muß es auch mit den durch die Spracheausgedrückten Bejahungen dieselbe Bewandtniß haben. Ist aber imDenken nicht die Vorstellung des Entgegengesetzten die entgegengesetzteVorstellung, so wird auch nicht die Bejahung der Bejahung entgegen-gesetzt sein, sondern die genannte Verneinung. Wir müssen also un-tersuchen, welche wahre Vorstellung einer falschen Vorstellung entgegen-gesetzt ist, ob die durch die Verneinung ausgedrückte Vorstellung oderdie welche vorstellt, daß das Entgegengesetzte sei. Ich meine dieß fol-gendermaßen: Es ist eine wahre Vorstellung vom Guten, daß es gutsei, es ist eine andere falsche Vorstellung vom Guten, daß es nicht gutsei, und es ist eine dritte Vorstellung vom Guten, daß es schlecht sei.Welche von diesen beiden letzteren Vorstellungen ist nun der wahrenVorstellung entgegengesetzt? und wenn die beiden eigentlich Eine sind,welche von beiden Vorstellungen ist diejenige, in welcher die Entgegen-setzung begründet ist? Wenn man nun meint, die entgegengesetzten Vor-stellungen seien dadurch zu bestimmen, daß sie aus das Entgegengesetztesich beziehen, so ist dieß eine falsche Meinung: denn die beiden Vor-stellungen , daß das Gute gut sei und das Schlechte schlecht, werdenvielleicht Eine und dieselbe Vorstellung sein, und zwar haben wir hiereine wahre Vorstellung, mag sie nun Eine Vorstellung sein oder meh-rere. Die Gegenstünde aber, auf welche sie sich beziehen, sind einanderentgegengesetzt. Allein die Vorstellungen sind nicht deßhalb einanderentgegengesetzt, weil sie sich auf Entgegengesetztes beziehen, sondernvielmehr beruht der Gegensatz darauf, daß die Aussage in entgegenge-setzter Weise geschieht. Ist nun eine Vorstellung vom Guten die, daßes gut ist, eine andere Vorstellung die, daß es nicht gut ist, und gibtes noch etwas anderes, welches dem Guten nicht zukommt und nichtzukommen kann, so dürfen wir keine von den ans dieses letztere sich be-ziehenden Aussagen als widersprechend setzen, — weder von denen,welche die Vorstellung enthalten, daß das dem Guten nicht Zukom-mende ihm zukomme, noch von denen, welche die Vorstellung enthal-ten , daß das ihm Zukommende ihm nicht zukomme; (denn beideArten sind unendlich, sowohl die, welche das ihm nicht Zukommende
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