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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
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geben in dein Gedanken: wenn wir das und das thun, wird das unddas geschehen, und wenn wir dieses nicht Ihun, wird auch jenes nichtsein. Es würde dann ohne alle Schwierigkeit selbst bis aus tausendJahre hinaus der eine sagen können, das und das werde sein, derandere, es werde nicht sein, so das; nolhwendig dasjenige von beidemgeschehen müßte, was eben damals in richtiger Weise behauptet wurde.Indessen cs kommt dann auch darauf gar nichts an, ob jemand dieeinander gegenüberstehenden Sütze ausgesprochen hat oder nicht; dennes ist ja klar, daß die Dinge so und so sich verhalten, auch ohne daßder eine eine Bejahung, der andere eine Verneinung über etwas aus-gesprochen hat; denn nicht deßwegen wird etwas sein oder nicht sein,weil es bejaht und verneint worden ist, auf tausend Jahre hinausebenso wie in irgend welcher Zeit, mag sie so oder so entsernt sein.Also: wenn es zu jeder Zeit sich so verhielte, daß das eine Glied desWiderspruchs wahr sein müßte, so müßte dieß nothwendig geschehenund alles, was geschieht, würde immer von der Art sein, daß es mitNoihwendigkeit geschähe. Denn etwas, wovon einer in Wahrheit ge-sagt, daß es sein werde, könnte unmöglich nicht sein und von dem,was geschieht, könnte man immer mit Wahrheit sagen, daß es seinwerde.

Dieses aber ist nun unmöglich anzunehmen. Wir sehen ja, daßdas Zukünftige seinen Ausgangspunkt hat in unserm Beschließen undwirklichen Handeln und das; überhaupt bei Demjenigen, was nichtimmer aktuell ist, etwas sein kann, aber auch nicht sein kann, daß esDinge gibt, bei welchen beides möglich ist, sowohl das Sein als dasNichtsein, somit auch das Werden und das Nichtwerden. Offenbargibt es eine Menge derartiger Dinge; z. B. ist es möglich, daß diesesbestimmte Kleid zerschnitten wird, aber auch, daß es nicht zerschnitten,sondern vorher noch abgetragen wird. Es ist in diesem Fall ebenso gutmöglich, daß es nicht zerschnitten wird; denn das; es vorher abgetragenwird, wäre nicht möglich, wenn es nicht möglich wäre, das; es nichtzerschnitten wird. Und so ist es auch sonst bei allem Werden, so weitdieses auf einer derartigen Möglichkeit beruht. Klar ist also, das;nicht alles nothwendig ist oder wird, sondern was geschieht, geschiehttheils in durchaus beliebiger Weise, so oder so, in der Art, daß dieBejahung um nichts wahrer ist als die Verneinung; theils aber so.