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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
52
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für sich allein nimmt'). Allein für sich genommen ist es nichts, es ent-hält aber die Bestimmung einer gewissen Verbindung, welche man sichjedoch nicht denken kann ohne das, was sonst noch dazu gehört.

Viertes Kapitel.

Rede, Satz.

Rede (Satz) ist ein Laut, welcher etwas bezeichnet und von welchemjeder einzelne Theil für sich eine gewisse Bedeutung hat, nemlich soferner etwas nennt, nicht aber als Bejahung (oder Verneinung). Ichmeine z. B.Mensch" bezeichnet zwar etwas, aber nicht, daß etwasist oder nicht ist; vielmehr Bejahung und Verneinung entsteht erst dann,wenn noch etwas hinzugesetzt wird. Nicht aber genügt eine einzigeSilbe eines Worts, welches etwas bedeutet; und so auch in dem WortMaus" istus" ohne Bedeutung, es ist so nur noch ein Laut. Inden zusammengesetzten Wörtern bezeichnet zwar jeder Theil etwas, abernicht in selbständiger Weise, wie oben bemerkt.

Es ist also jede Rede von der Art, daß sie etwas bezeichnet oderbedeutet, aber nicht wie etwas Natürliches, sondern wie gesagt, aufGrund einer Uebereinkunft. Eine behauptende Rede aber, ein asser-torisches Urtheil ist nicht jede Rede, sondern nur diejenige, in welcherdie Aufstellung von Wahr oder Falsch enthalten ist. Dieß ist abernicht überall der Fall, z. B. der Wunsch ist zwar eine Rede, aberweder eine wahre noch eine falsche. Wir wollen nun von den übrigenFormen der Rede hier nicht weiter sprechen; eine derartige Unter-suchung gehört mehr in die Rhetorik oder in die Poetik, für jetzthaben wir uns nur mit dem Behauptungssatz, dem assertorischenUrtheil zu beschäftigen.

Fünftes Kapitel.

Behauptungssatz.

Der ursprünglich zu Grund liegende Behauptungssatz ist Be-jahung, in zweiter Linie Verneinung; die übrigen Sätze sind alle eine

l) ES ist damit nur der Begriff ausgesprochen, nicht die Realität.