keine wahre oder falsche Behauptung; wenn ich z. B. sage: „ist Alexan-ders" oder „ist nicht Alexanders"; denn hierin liegt noch nichtsWahres oder Falsches.
Drittes Kapitel.
Vom Verbum.
Verbum ist dasjenige, was auch noch eine Zeitbestimmung ent>hält, wovon kein Theil für sich eine Bedentnng hat und was immer^ Zeichen desjenigen ist, was von einem Andern ausgesagt wird. Ichsage, es enthält auch noch eine Zeitbestimmung; z. B. „Gesundheit"ist ein Nomen, dagegen „ist gesund" ist ein Verbum; denn dich ent-hält auch noch die Bestimmung der Gegenwart. Und ferner ist est immer Zeichen dessen, was von einem Andern ausgesagt wird; z. B.dessen, was von einem Subjekt gilt oder was am Subjekt ist.
Sage ich aber „ist nicht gesund" oder „ist nicht krank," so ist daskein Verbum , es ist zwar darin eine Zeitbestimmung enthalten, und istAussage über etwas, für den Unterschied aber ist keine besondere Be-zeichnung vorhanden, vielmehr mag man es als unbestimmtes Verbumbezeichnen, weil es in gleicher Weise von allem ausgesagt werden kann,mag etwas sein oder nicht sein. Ebenso ist „war gesund" oder „wirdgesund sein" kein besonderes Verbum, sondern es sind dieß nur Fälle')(Flexionsvorgänge) des Verbums, welche sich vom Verbum darin unter-scheiden, daß das letztere noch die Bestimmung der gegenwärtigen Zeitenthält, jene die Bestimmung der der Gegenwart vorangehenden undfolgenden Zeit.
Allein ganz für sich genommen ist das Verbuni ein Nomen undbezeichnet etwas (denn der Redende fixirt das Denken und der Hörendeläht es fixiren), aber es ist damit noch nicht gesagt, ob es ist odernicht ist; denn das „Sein" oder das „nicht Sein" ist nicht Bezeichnungder (realen) Sache, so wenig als wenn man „das Seiende" lediglich
'> Der griechische Ausdruck rrreucktr bezieht sich bei Aristoteles überhauptauf Bildungsvorgiinge, nicht bloß auf die SasuS des Nomens,
4 »