46
gibt manches, was wächst, ohne daß es anders wird, wie z. B. dasViereck, wenn man den Gnomon') herumlegt, zwar gewachsen, aberdeßwegen nicht anders geworden ist; nnd so ist es auch bei den übrigenBewegungen. Woraus sich ergibt, daß die Bewegungen von einanderverschieden sind.
Die Bewegung ist im allgenieinen der Ruhe entgegengesetzt, essind aber auch wieder die einzelnen Bewegungen einzelnen anderen ent-gegengesetzt, so dem Werden das Vergehen, dem Wachsen das Nb-nehmen, der Ortsveränderung die Ruhe in Beziehung auf den Ort;besonders aber ist der einen Ortsverändernng die Veränderung zu dementgegengesetzten Ort hin entgegengesetzt, so der Bewegung von untendie von oben, der von oben die von unten. Was aber die noch übrigevon den angegebenen Bewegungen betrifft, so ist es nicht leicht zusagen, was ihr denn eigentlich entgegengesetzt ist; es ist ihr offenbarnichts entgegengesetzt, man müßte denn nur auch bei dieser Bewegungdie Ruhe in Beziehung auf die Qualität als entgegengesetztes aufstellenoder die qualitative Veränderung ins Entgegengesetzte, wie ja auch derOrtsveränderung die Ruhe in Beziehung ans den Ort entgegengesetztist oder die Veränderung zum entgegengesetzten Ort; das Anders-werden ist nemlich eine Veränderung in Beziehung auf die Qualität.
So steht also der qualitativen Bewegung die qualitative Ruheoder die qualitative Veränderung zum Entgegengesetzten gegenüber,also z. B. das Weißwerden dem Schwarzwerden, denn ein Anders-
>) Wen» man zwei einen Rechte» bildende Seiten (L v und L l?> einesQuadrats (o ü P U) verlängert und aus den Verlängerungen (t? 6 und vPerpendikel sv L und L 6) errichtet, welche sch ti» v) schneiden, s« ist der dadurchentstehende äußere Zuwachs (v ^ U 6 I?) der Gnomon.