von der Zeit, in dieser Beziehung sagt man, cs sei etwas bejahrter nndälter als ein anderes; denn daraus, das; die Zeit länger ist, beruhtdie Aussage, es sei bejahrter oder älter. 2) Ist früher dasjenige, beiwelchem keine Umkehrung stattfindet in Beziehung auf die Mitfolge desSeins; z. B. das Eins ist früher als die Zwei; denn wenn die Zweiist, so folgt unmittelbar daraus, daß auch Eins ist, nicht aber mußnothwcndig die Zwei sein, wenn Eins ist; also hier findet nicht, wieumgekehrt, vom Ein? aus ein Schluß statt auf die Mitfolge der Exi-stenz des andern. Früher also ist dasjenige, von welchem ans nicht,wie umgekehrt, ein Schluß auf die Mitfolge des andern stattfindet.3) Versteht man das Frühere in Beziehung auf eine gewisse Ordnungoder Reihenfolge, wie z. B. bei den Wissenschaften und Reden Dennbei den beweisenden (apodiktischen) Wissenschaften findet das Früherund Später statt auf Grund der Reihenfolge, — die Elemente sinduemlich früher als die geometrischen Figuren vermöge der Reiheusolgeund ebenso sind in der Grammatik die Elemente d. h. die Buchstabenfrüher als die Silben, — und ebenso ist es bei den Reden; denn dieEinleitung ist srüher als die Ausführung vermöge der Reihenfolgeoder Ordnung. — Außer den genannten Fällen scheint auch noch dasBessere und Vorzüglichere seiner Natur nach das Frühere zu sein odervorauzustehcn. Die Meisten pflegen diejenigen, welche von ihnen mehrgeachtet und ganz besonders geliebt werden, als diejenigen zu bezeich-nen, welche bei ihnen voranstehen. Indessen ist dieß offenbar so ziemlichdie fremdartigste Anwendung dieses Ausdrucks.
Dieß sind nun die gewöhnlich üblichen Fälle, wo mau den Be-griff des Früheren anwendet. Nun könnte man außer den genanntenauch noch eine andere Art von Anwendung des Ansdrucks anführen;uemlich da, wo in Beziehung aus die Mitfolge des Seins eine Umkeh-rung stattfindet"), könnte man sagen, dasjenige, welches auf irgendeine Weise Ursache vom Sein des andern ist, sei doch offenbar derNatur nach früher. Daß es derartige Fälle gibt, ist nicht zu leugnen;denn das Sein eines Menschen steht zu der wahren Aussage über ihnin einem solchen Verhältniß, daß man immer vom einen aus auf das
>1 D. h. wo von der Existenz von L. auf die von L und von der Existenzvon U auf die von L geschloffen werden kann,