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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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ren Unterhaltungen nnd Gesprächen geführt wird, so kann er wennauch zunächst nur in geringem Grad eine Wendung zum Besser-werden nehmen. Hat er aber einmal auch nur eine geringe Wendungzum Bessern genommen, so kann er offenbar auch entweder gänzlich sichverändern oder doch einen ganz bedeutenden Fortschritt zur Besserung smachen; er wird nemlich immer empfänglicher für die Tugend, wen»zunächst der Fortschritt auch ein noch so unbedeutender gewesen ist; die-ses letztere berechtigt doch zu der Voraussetzung, daß er immer größereFortschritte machen werde. Und wenn dieß nun stetig sortgeht, so ge-langt er dadurch zuletzt vollständig zu dem entgegengesetzten Verhalten,außer es müßte ihm hinsichtlich der Zeit unmöglich gemacht werden.

Dagegen beim Haben und bei der Beraubung ist es nicht möglich, daß jeine Veränderung vom einen ins andere stattfinde. Es gibt nemlich s

zwar wohl eine Veränderung vom Haben zur Beraubung, unmöglich s

aber eine solche von der Beraubung zum Haben. Denn wer einmalblind ist, wird nicht wieder sehend, wer kahlköpfig ist, wird nicht wie-der behaart, wer zahnlos ist, bekommt keine Zähne mehr. ;

Was in der Weise von Bejahung und Verneinung einander ge-genübersteht, aus das trifft, wie leicht zu sehen ist, keine der bisher ge-nannten Arten der Gegenüberstellung zu; denn es ist dieß das einzige,bei welchem nothwendig immer das eine wahr, das andere falsch seinmuß. Sonst ist es nicht nothwendig, daß das eine wahr, das an-dere falsch sei, weder bei dem (conträr) Entgegengesetzten, noch beim l >Relativen noch bei Beraubung und Haben. Z. B. die Gesundheit und l

die Krankheit sind einander entgegengesetzt, aber keines von beide» istwahr oder falsch')- Ebenso stehen das Doppelte und das Halbe ein-ander gegenüber in der Weise des Relativen und doch ist keines von s

beiden wahr oder falsch. Ebenso wenig ist dieß der Fall bei dem unter !

die Rubrik Beraubung und Haben Fallenden, wie z. B. bei Gesicht lund Blindheit. Ueberhaupt wenn etwas in unverbundener Weise 0ausgesprochen wird, ist es weder als wahr noch als falsch ausgesagt;das Genannte aber wird alles in unverbundener Weise ausgesprochen. !

>) D. h. sie sind begrifflich einander entgegengesetzt, womit aber über dieRealität nichts anSgesagt ist.

2) S. A. 2.