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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
39
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Auf die Beraubung nun und das Haben trifft keiner der ange-gebenen Falle zu, denn es ist einmal nicht nothwendig, daß dem zurAufnahme von Beraubung und Haben Fähigen immer das eine oderandere zukomme; was ncmlich seiner Natur nach noch nicht das Ge-sicht hat, das nennen wir weder blind noch sehend; es gehört also die-ses nicht zu solchem Entgegengesetzten, bei welchem es kein Mittleresgibt. Aber es gehört zweitens auch nicht zu demjenigen Entgegenge-setzten, bei welchem es ein Mittleres gibt, denn es ist nothwendig, daßirgend einmal jedem zur Aufnahme von Beraubung und Haben Fähigendas eine oder andere von diesem zukomme; denn wenn z. B. ein Thierseiner Natur nach das Gesicht haben sollte, so wird man sagen, es seientweder blind oder es habe das Gesicht, und von diesen wird nun daseine oder andere nicht in bestimmter Weise staltfinden, sondern in be-liebiger Weise; denn es ist nicht nothwendig, daß es entweder blindsei oder das Gesicht habe, sondern es ist beides möglich. Dagegen beidem Entgegengesetzten, bei welchen! es ein Mittleres gibt, ist es nienothwendig, daß jedem das eine oder andere zukomme, ausgenommengewisse Dinge, bei welchen das eine in bestimmter Weise vorhandenist"). Es ist also klar, daß in keiner von beiden Betrachtungsweisendas unter Beraubung und Haben fallende Gegenüberstehende in derWeise einander gegenübersteht, wie das Entgegengesetzte.

Ferner bei dem (conträr) Entgegengesetzten kann, wenn ein zurAusnahme Fähiges vorhanden ist, möglicherweise eine Veränderungvom einen ins andere stattfinden, ausgenommen den Fall, wo daseine einem Ding von Natur zukommt, wie z. B. dem Feuer das heiß-fein; denn das Gesunde kann möglicherweise krank werden, dasWeiße kann schwarz werden und das Kalte kann warm werden undaus etwas Gutem kann etwas Schlechtes und umgekehrt aus etwasSchlechtem etwas Gutes werden. Wenn ncmlich der Schlechte zu besse-

i) Dasjenige Entgegengesetzte, wobei es ein Mittlere? gibt, zerfällt i» zweiUnterabtheilungcn: I> solches, wovon nicht nothwendig da? eine oder andere einemDing zukommt, was aus Beraubung und Haben, wie Blindheit und Gesicht, nichtzutrisst. 2> Solches, wovon das eine dem Ding in bestimmter Weise zukommt,was wieder nicht zutrisst, weil die bestimmte Weise bei Beraubung und Haben nichtstattsindet, sondern eine beliebige. Also gehört Beraubung und Haben in keinerWeise zu diesem Entgegengesetzten.