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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
37
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sollte, nicht vorhanden ist. Z. B. zahnlos nennen wir nicht dasjenige,was schlechthin keine Zähne hat, blind nicht das, was schlechthin keinGesicht hat, sondern dasjenige, welches es nicht hat, während es seinerNatur nach haben sollte; es gibt ja manches, was von Geburtweder Gesicht noch Zähne hat, allein dieß nennen wir nicht zahn-los noch blind. Das Beraubtsein aber und das Haben des .Habensist nicht identisch mit Beraubung und Haben. Haben ist nemlich z. B.das Gesicht, Beraubung ist die Blindheit. Gesicht aber ist nicht iden-tisch mit Haben des Gesichts, Blindheit ist nicht identisch mit Blindsein.Denn die Blindheit ist eine Beraubung, das Blindsein aber ist ein Be-raubtsein, nicht eine Beraubung. Zudem wenn die Blindheit identischwäre mit dem Bliudsein, so würde beides von ebendemselben ausge-sagt, allein der Mensch wird blind genannt, während der Mensch dochgewiß nicht Blindheit genannt wird. Indessen ist auch zwischen Be-ranbtsein und Haben des Habens derselbe Gegensatz auzunehmen wiezwischen Beraubung und Haben; die Art der Gegenüberstellung istganz dieselbe; denn wenn die Blindheit dem Gesicht gcgenübersleht, sosteht auch das Blindsein dein Gesichthaben gegenüber.

Was unter die Verneinung und Bejahung fällt, ist ebenfalls nichtselber Bejahung und Verneinung ; denn die Bejahung ist eine bejahendeRede und die Verneinung ist eine verneinende Rede, was aber unterdie Bejahung und Verneinung fällt, ist keine Rede. Doch sagt man,daß auch das letztere einander so gegenüberstehe wie Bejahung undVerneinung; auch bei diesen beiden ist die Art der Gegenüberstellungganz dieselbe. Wie nemlich die Bejahung der Verneinung gegenüber-steht, z. B. die Aussage: er sitzt, und: er sitzt nicht so stehenauch die Sachen, welche unter beiden begriffen sind, einander gegen-über, nemlich das Sitzen und das Nichlsitzen.

Daß die Beraubung und das Haben einander nicht in der Weisedes Relativen gegenüberslehen, ist leicht zu sehen; denn das eine vonbeiden heißt das, was es ist, nicht als das des Gegenüberstehenden.Das Gesicht ist ja nicht Gesicht der Blindheit, noch steht es sonst zurBlindheit in einer ähnlichen Beziehung. Ebenso kann mau auch nichtsagen, die Blindheit sei Blindheit des Gesichts, vielmehr ist die Blind-heit zu bezeichnen als die Beraubung des Gesichts, nicht aber sagt man,sie sei Blindheit des Gesichts. Zudem ist ja bei dem Relativen immer