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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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Gegenüberstehende und sagen, auf wie vielerlei Weise ein solches Ge-genüberstehen stattfinden kann. Man versteht dieseseinander Gegen-überstehen" auf viererlei Weise: 1) als das Relative, 2) als das Ent-gegengesetzte (conträre Gegentheil), 3) als Beraubung und Haben,4) als Bejahung und Verneinung. (Contradictorisches Gegentheil.)Wollen wir nun ganz im allgemeinen angeben, wie das Gegenüber-stehen in jedem einzelnen Fall zu verstehen ist, so steht das Relativeeinander gegenüber in der Weise, wie z. B. das Doppelte dem Halben,das Entgegengesetzte wie das Gute dem Bösen, das auf Beraubungund Haben Beruhende wie Blindheit und Gesicht, Bejahung und Ver-neinung wie: er sitzt er sitzt nicht.

Wenn zwei Dinge einander in der Weise des Relativen gegen-überstehen, so ist das eine Glied der Gegenüberstellung das, was esist, als das des Andern, oder es verhält sich zum letzteren auf sonst ir-gend eine Weise; z. B. das Doppelte ist das, was es seinem Begriffnach ist, das Doppelte, als das Doppelte eines Andern, es ist ja dasDoppelte von irgend etwas. Die relative Gegenüberstellung findetferner statt bei Wissen und Wißbarem: das Wissen ist das, was es be-grifflich ist, das Wissen, als das Wissen des Wißbare». Ebenso istdas Wißbare das, was es ist, nur in seinem Verhältniß zum Wissenals dein andern Glied der Gegenüberstellung; denn das Wißbare istwißbar durch etwas, nemlich eben durch das Wissen. Also wo eineGegenüberstellung aus Grund der Relation stattfindet, da ist das eineGlied das, was es ist, als das eines Andern, oder steht zum andernGlied sonst in irgend einem Verhältniß.

Stehen aber zwei Glieder einander gegenüber als (conträr) Ent-gegengesetztes, so ist es nicht so, daß sie in einem Verhältniß zu ein-ander stehen müssen, um das zu sein was sie ihrem Begriff nach sind,vielmehr heiße» sieeinander entgegengesetzt"; denn vom Guten sagtman nicht, es sei das Gute des Bösen, sondern cs sei diesem entgegen-gesetzt, das Weiße ist nicht das Weiße des Schwarzen, sondern diesementgegengesetzt. Also ist ein Unterschied zwischen diesen beiden Artenvon Gegenüberstellung.

Sind nun die einander entgegengesetzten Dinge von der Art, daßin demjenigen, in welchem sie überhaupt von Natur sind oder vonwelchem sie ausgesagt werden, nothwendig das eine oder andere davon

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