entgegengesetzt ist dem Gerechten und das Weiße dem Schwarzen. Dochist diese Entgegensetzung nicht immer möglich. Z. B. dem Rothen oderdem Blassen oder derartigen Farben ist nichts entgegengesetzt, obgleiches Bezeichnungen einer Qualität sind. Ferner wenn das eine Gliedeines solchen Gegensatzes etwas Qualitatives bezeichnet, so ist es auchbeim andern Glied der Fall. Um sich dies; klar zu machen, darf mannur die übrigen Kategorieen vornehmen; z. B. wenn die Gerechtigkeitder Ungerechtigkeit entgegengesetzt ist, die Gerechtigkeit aber etwas Qua-litatives ist, so ist eben damit auch die Ungerechtigkeit etwas Qualita-tives; denn keine von den andern Kategorieen wird ans die Ungerech-tigkeit zutreffen, weder die Quantität noch die Relation »och das Wonoch überhaupt eine andere Kategorie, sondern eben nur die der Qua-lität. Und so verhält cs sich bei allem Andern, was hinsichtlich derQualität einander entgegengesetzt ist.
Das Qualitative läßt das Mehr und Weniger zu. Man kannuemlich sagen, es sei etwas mehr oder weniger weiß als etwas Ande-res, ebenso es sei einer mehr oder weniger gerecht als ein Anderer.Auch kann das Qualitative für sich allein eine Steigerung erfahren,denn es ist möglich, daß etwas, was weiß ist, noch weißer werde.Doch trifft dies; nicht immer zu, sondern nur in den meisten Fällen.Alan könnte nemlich wohl zweifeln, ob man sagen kann, eine Gerech-tigkeit sei inehr oder weniger Gerechtigkeit als eine andere und ebensoverhält es sich mit den übrigen Eigenschaften. Manche hegen in derThat starke Zweifel in diesem Punkt, sie behaupten, daß eine Gerech-tigkeit mehr oder weniger Gerechtigkeit sei als eine andere Gerechtig-tigkeit, das dürfe man schlechterdings nicht sagen, ebenso wenig sei esmöglich bei der Gesundheit, doch könne man sagen, daß einer wenigerGesundheit habe als ein Anderer, oder weniger Gerechtigkeit als einAnderer, und ebenso sei es bei der Sprachgelehrsamkeit und sonstigenEigenschaften. Jedenfalls aber läßt das, was nach solchen Begriffenbenannt wird, unzweifelhaft ein Mehr oder Weniger zu; man kannganz wohl sagen, es sei einer mehr Sprachgelehrter als ein Anderer,gesunder als ein Anderer, gerechter als ein Anderer u. s. f. Dagegenist beim Dreieckigen oder Viereckigen und bei den übrigen Bezeichnun-gen der Figur kein Mehr zulässig; denn auf was der Begriff des Drei-eckigen zutrifft, oder der Begriff des Kreises, das ist alles in gleicher