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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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gehenden Ursachen entsteht, das nennen wir Afsektion, Leide»; in die-sem Fall sagt man nicht, der Mensch sei so nnd so beschaffen, man sagtja nicht, wenn einer ans Scham roth wird, er sei von rother Gesichts-farbe, oder wenn einer ans Angst bleich wird, er sei von bleicher Ge-sichtssarbe, sondern vielmehr, er sei so oder so asficirt. In diesem Fallalso spricht man von Affektionen, nicht aber von Qualitäten. Dementspricht es dann, wenn man auch hinsichtlich der Seele von leidendenQualitäten und von Leiden oder Affektionen redet. Was nemlich gleichbei der Geburt durch gewisse passive Zustände begründet worden ist,das nennt man Qualität, wie z. B. den Wahnsinn, den Jähzorn u.dgl.; denn in Beziehung hierauf sagt man, es sei einer so nnd so be-schaffen, er sei jähzornig und wahnsinnig. Ebenso ist cs auch bei sol-chen Zuständen der Verrücktheit, welche zwar nicht von Natur vorhan-den, sondern aus gewissen andern Erscheinungen entsprungen, dabeiaber schwer zu entfernen oder gar durchaus unheilbar sind, auch diesenennt mau Qualitäten, denn auch in Beziehung auf sie sagt man, dieMenschen seien so nnd so beschaffen. Was aber in Ursachen begründetist, welche schnell verschwinden, das nennt mau Affektioucn, z. V. wenneiner im Unmuth ungewöhnlich zornig ist; man sagt von einem Sol-chen, welcher in einem solchen Zustand ungewöhnlich zornig ist, nicht,er sei überhaupt zornig, sondern vielmehr er sei so und so asficirt. Indiesem Fall also spricht man von Affektioneu, nicht von Qualitäten.

Eine vierte Art von Qualität ist die Figur uud die jedem Ein-zelnen zukommende Gestalt, ferner gehört hiehcr die Geradheit nnd Ge-krümnitheit, nnd was etwa damit verwandt ist. In jeder von diesenBeziehungen sagt man, es sei etwas so und so beschaffen; man legteinem Ding eine gewisse Beschaffenheit bei, je nachdem es dreieckigoder viereckig, gerade oder krumm ist, und so richtet sich überhaupt dieBeschaffenheit, die man einem Ding beilegt, nach seiner Gestalt. Da-gegen das Lockere und Dichte, das Rauhe und Glatte scheinen zwarwohl auch eine gewisse Beschaffenheit auszudrücken, richtiger aber wirdes sein, wenn man diese Begriffe von dem über die Qualitäten han-delnden Kapitel trennt, denn was sie ausdrücken, ist offenbar mehr eineLage der einzelnen Theile. Das Dichte nemlich besteht darin, daß dieTheile ganz nahe bei einander sind, das Lockere darin, daß sie voneinander abstehen, das Glatte darin, daß die Theile irgendwie in ge-