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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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der Zustand leicht beweglich ist, während die Eigenschaft von längererDauer und weniger leicht beweglich ist. Die Eigenschaften sind zugleichauch Zustände, nicht aber sind umgekehrt die Zustände nothwcndig auchEigenschaften; denn diejenigen, welche Eigenschaften haben, sind inBeziehung zu denselben in einem gewissen Zustand, nicht aber habendie, welche in einem gewissen Zustand sind, durchaus auch eine betref-fende Eigenschaft.

Eine andere Art von Qualität ist diejenige, vermöge welcher wirsagen, cs sei jemand geschickt im Faustkampf oder im Lauf oder er seigesund oder kränklich; überhaupt gehören hieher alle die Bezeichnun-gen, welchen ein physisches Vermögen oder Unvermögen zu Grundliegt. Denn wir gebrauchen eine solche Bezeichnung nicht mit Rücksichtdarauf, daß jemand in dem und dem Zustand ist, sondern mit Rück-sicht darauf, daß er das physische Vermögen hat, etwas leicht zu thunoder nichts zu leiden, nicht afficirt zu werden; wie mau z. B. einenMenschen einen Faustkämpfer, einen Läufer nennt, nicht weil er ineinem gewissen Zustand sich befindet, sondern weil er ein physischesVermögen hat, etwas leicht zu thun; gesund nennt man einen, soferner ein physisches Vermögen hat, nicht leicht durch das nächste beste as-ficirt zu werden, kränklich heißt er, sofern er ein physisches Unvermögenhat, nicht leicht vom nächsten besten afficirt zu werden. Ebenso verhältes sich auch mit dem Harten und Weichen; denn mau nennt etwashart, sofern es das Vermögen hat, nicht leicht zertheilt zu werden,weich nennen wir etwas, sofern es ein Unvermögen in der gleichen Be-ziehung hat.

Eine dritte Art von Qualität sind die leidenden Qualitäten unddie Leiden. (Qualitäten, welche ans einer Affektion beruhen und Affek-tionen.) Dahin gehört z. B. die Süßigkeit, die Bitterkeit, die Säure,und Alles, was damit verwandt ist, ferner die Wärme, die Kälte, dieweiße und die schwarze Farbe. Es ist klar, daß dieses Qualitäten sind,denn dasjenige, welches sie in sich ausgenommen hat, wird ans Grundhievon bezeichnet als die und die Qualität habend, als so und so be-schaffen: z. B. der Honig wird süß genannt, sofern er Süßigkeit insich ausgenommen hat, der Körper heißt weiß, sofern er weiße Farbeausgenommen hat u. s. f. Leidende Qualitäten, ans Affektion beru-hende Qualitäten aber sagt man nicht deßhalb, weil dasjenige, welches