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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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holten genaueren Prüfung unterwerfen, jedoch ist es immer zweck-mäßig, die Schwierigkeiten in Betreff jedes einzelnen Punktes deutlichhervorzuhcben.

Achtes Kapitel.

Vom Qualitativen.

Unter Qualitativem verstehe ich dasjenige, vermöge dessen einerso oder so beschaffen ist. Es gehört aber die Qualität zu den Begrif-fen, welche in verschiedener Bedeutung zu nehmen sind. Eine Art vonQualität wollen wir als Eigenschaft und als Zustand bezeichnen. Eigen-schaft ist verschieden von Zustand dadurch, daß die Eigenschaft von län-gerer Dauer und bleibender ist. Solcher Art sind z. B. das Wissenund die Tugenden; das Wissen nemlich ist offenbar zu dem Bleiben-den, schwer Beweglichen zu rechnen, wenn man ein Wissen auch nurin einem geringen Grad sich angeeignet hat, abgesehen davon, das;etwa durch Krankheit oder dergleichen eine große Veränderung herbei-geführt werden kann; ebenso ist es auch bei der Tugend, z. B. der Ge-rechtigkeit, Selbstbeherrschung u. s. f.: diese Tugenden sind offenbarnicht etwas leicht Bewegliches oder leicht Veränderliches. Unter Zu-stand dagegen verstehen wir das, was leicht beweglich ist und sich raschverändert, z. B. Erwärmung, Erkältung, Krankheit, Gesundheit u.dgl.; in Beziehung auf diese ist der Mensch in einem gewissen Zustand,Verhalten, aber er geht rasch von einem zum andern Uber, z. B. wenner kalt wird, nachdem er eben warm gewesen, wenn er vom Gesund-sein aus in Kranksein verfällt, und so ist es bei allem Derartigen. Esmüßte denn nur auch ein solcher Zustand durch die Länge der Zeit be-reits zur Natur geworden und damit unheilbar oder sehr schwer be-weglich sein, in welchem Fall wir wohl dafür die BezeichnungEigen-schaft" gebrauchen würden. Es ist klar, das; man unter Eigenschaftdasjenige versteht, was von längerer Dauer und weniger beweglichist; denn von solchen, welche das Wissen noch keineswegs fest innehaben, sondern noch unsicher darin sind, sagt man nicht, daß sie das-selbe als Eigenschaft besitzen, obwohl sie in Hinsicht des Wissens ineinem gewissen mehr oder weniger guten Zustand, Verhalten sich be-finden. Also: Eigenschaft unterscheidet sich von Zustand dadurch, daß