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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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Denken und keine Ueberlegnng, sondern nur Vorstellung >). Diesebeiden also, Vernunft und Trieb, sind es, welche die Fähigkeithaben, die Ortsbewegung hervorzubringen, und zwar die Vernunftals praktische Vernunft, welche denkt um eines Zwecks willen;diese ist von der theoretischen, betrachtenden Vernunft eben durchden Zweck verschieden. Und so ist auch der Trieb durchaus auf

einen Zweck gerichtet; denn dasjenige, auf welches der Triebgeht, ist Princip der praktischen Vernunft: das letzte 2) ist ja An-fang des Handelns. Man kann also mit gutem Grund sagen,daß die zwei genannten Vermögen die Bewegung Hervorbringen,der Trieb und die praktische Vernunft. Der Gegenstand des Be-gehrens nemlich bewegt und hiedurch bewegt mittelbar auch dasDenken, sofern der Gegenstand des Begehrens Princip seiner Thä-tigkeit ist. Wenn nun aber die Vorstellung bewegt, so geschieht diesnie ohne Trieb. Somit ist die Begierde eigentlich nur Eins,nemlich der Trieb. Angenommen nemlich es wären zwei Bewe-gende, Vernunft und Trieb, so werden sie nach einer gemeinsamenForm bewegen 3). Nun aber bewegt die Vernunft offenbar nichtohne Trieb, denn das Wollen ist Trieb; wenn aber die Bewe-gung auf Grund einer Ueberlegnng geschieht, so geschieht sie auchauf Grund des Wollens. Dagegen der Trieb bewegt auch ohnedie Ueberlegnng, sofern ja die sinnliche Begierde eine Art Triebist 5). Die Vernunft ist immer richtig, Trieb dagegen und Vor-stellung sind bald richtig bald unrichtig. Daher geht die Bewe-gung zwar stets aus von dem Gegenstand des Triebs, aber dieserGegenstand ist entweder das Gute oder das scheinbar Gute, nichtaber das Gute in jeder Beziehung, sondern nur das praktischeGute, worunter ich dasjenige verstehe, welches möglicherweise auchanders sein kann. Hieraus ist klar, daß das beschriebene Vermö-gt Daher die Vorstellung nicht schlechthin mit Denken zusamlnensallt, nurbeim Menschen ist die Vorstellung eine Art des Denkens.

2) Das Endziel.

Die beiden in gleicher Weise zu Grund läge, als ein drittes Gemeinsames.

Wollen oxx. Trieb ist das von der Vernunft geleitete Begehren.

5) Als» ist nicht ein drittes Gemeinsames für Trieb und praktische Vernunftda, sondern der Trieb selbst ist die Grundlage und also geht aus ihu alles Be-legen zurück,