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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
119
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Denkens gar kein Handeln, er spricht sich nicht ans über das,was zn fliehen und zu begehren ist, dagegen die Bewegung setztvoraus, daß man etwas flieht oder gegehrt; ja selbst dann, wenndieser Geist sich mit der Betrachtung von etwas derartigem be-schäftigt, sagt er nicht sofort, daß man es fliehen oder begehrensolle z. B- oft kommt cs vor, daß er etwas Furchtbares oderAngenehmes denkt, ohne aber zu sagen, daß man es fliehen soll,während dagegen das Herz es ist, welches bewegt wird, und so-fern es etwas Angenehmes ist, irgend ein andrer Theil. Zudemauch wenn der Geist gebietet, auch wenn das Denken befiehlt,etwas zu fliehen oder zu begehren, erfolgt keine Bewegung, son-dern das Handeln geschieht auf Grund der sinnlichen Begierde,wie z> B. beim Unmäßigen. Ueberhaupt sehen wir ja auch sonst,daß z. B. der, welcher die Heilkunde inne hat?), nicht selbstausübender Arzt ist, wobei man also sieht, daß die Ausübungder Wissenschaft von etwas Anderem abhängt und nicht vomWissen unmittelbar. Endlich ist aber auch der Trieb nicht das-jenige, wovon diese Bewegung schlechthin abhängt, denn z. B. dieMäßigen thun, wenn sie auch einen Trieb und eine Begierde ha-ben, doch nicht dasjenige, auf welches der Trieb gerichtet ist, viel-mehr folgen sie der Vernunft.

Zehntes Kapitel.

Die örtliche Bewegung hat ihre letzte Ursache im Trieb.

Wir finden nun mit Wahrscheinlichkeit zwei bewegende Ur-sachen: den Trieb und die Vernunft, sofern man nemlich dieVorstellung als eine Art von vernünftigem Denken setzt; es gibtnemlich Vieles, was noch außer dem Wissen mit den Vorstellun-gen verbunden ist, und bei den übrigen Thieren gibt es kein

fl Alstheoretischer" Geist hat er es nur mit dem Begriff solcher Dinge zuthun, ganz abgesehen vom wirklichen Handeln.

2) Der Gelehrte, welcher theoretisch die Heilkunde als Wissenschaft versteht.

fl Sonst ss. solg. Cap.) wird der Trieb von Arist. als letzte Ursache derBewegung bezeichnet, hier aber ist darunter nur der niedere sinnliche Trieb, di-sinnliche Begierde, zu verstehen,